Remco Campert

Wie in einem Traum

Cover: Wie in einem Traum
Arche Verlag, Hamburg 2006
ISBN 9783716023501
Gebunden, 122 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Aus dem Niederländischen von Marianne Holberg. Wie in einem Traum geht Simon, der Schriftsteller, liebend und leidend durch das Leben. Seine Freundin Olga, die Schauspielerin, möchte, dass er sie bei ihrem umstrittenen Theaterprojekt unterstützt. Sein Verleger will umgehend einen Text von ihm zum Thema Krieg. Beim Fotografen soll er mit einem Plüschbären posieren, und auch Lana, die wunderschöne Geliebte seines besten Freundes, hat so ihre Erwartungen. Wie aber kann Simon die Zeit ausschneiden, um den Traum vom Schreiben zu realisieren und gleichzeitig zu leben?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 17.07.2006

Alexander von Bormann gefällt an diesem Buch vor allem seine Unbestimmtheit, eine Zurückgenommenheit, die der Deutlichkeit nicht entbehrt, im Gegenteil. Das nennt man Poesie. Davon aber gibt es in Remco Camperts Erzählung reichlich. Der Mann ist schließlich ein großer niederländischer Lyriker, wie uns Bormann aufklärt. Bewundernd schildert er uns die Funktionsweise dieser Prosa: Wie des Autors Bekenntnis zum Fragmentarischen der Fantasie Raum gibt, wie "holländisch-pralle" Gegenwart auf Traumhaftes trifft und das Einzelne so zwar deutlich wird, ein sinnhafter Zusammenhang sich aber partout nicht ergeben will. "Relativierenden Realismus" nennt der Rezensent das. Und den findet er hier großartig ins Deutsche übertragen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 20.04.2006

Eine erzählerische Reflexion über das Verhältnis von Traum und Wirklichkeit legt Remco Campert vor. Rolf Vollmann ist, das merkt man, von der Thematik überaus angetan; ist er es aber auch von dem Buch? Leider geht das im zarten Gespinst der Rezension unter. Es geht in dem schmalen Werk um einen Mann, der seinem Freund, einem Maler, die Frau, eine Malerin, ausspannt. Aus einem Traum wird Wirklichkeit. Und die Wirklichkeit ist zänkisch und normal und alltäglich. Wenig traumhaft, also. Soviel erfahren wir. Als Vollmann mit der Lektüre begann, regnete und dämmerte es; als er sie beendet, scheint der Mond. Auch das erfahren wir. Vollmann gibt noch eine seiner eigenen Traumgeschichten zum besten. In Parenthese. Vollmann denkt schließlich noch an ein Buch von Julian Barnes, in dem ein Foto von Flauberts Papagei reproduziert wird. Dann ist die Rezension aus.

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