"Natürlich wollte ich Macht - Gestaltungsmacht", bekennt Erhard Eppler. Sein Wort hat Gewicht in Deutschland seit über 50 Jahren. Der geradlinige Politiker, Lehrer und schwäbische Protestant gilt als kritisches Gewissen der Bundsrepublik und der SPD. Er hielt an seinen klaren Positionen auch dann fest, wenn dies zu Lasten seiner politischen Karriere ging. Egon Bahr hat einmal über ihn geschrieben: "Wer zu früh kommt, den bestraft das Leben auch." Nach seinem Rückzug von allen politischen Ämtern und Mandaten 1982 begann seine zweite erstaunliche Karriere als Vor- und Nach- und Querdenker, auf den sich nicht nur Sozialdemokraten berufen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.04.2011
Einen etwas zwiespältigen Eindruck hat Renate Faerber-Husemanns Biografie des SPD-Politikers Erhard Eppler bei Rüdiger Soldt hinterlassen. Wer sich von dem Werk eine auch nur ansatzweise kritische Biografie des ehemaligen Bundesministers für wirtschaftliche Zusammenarbeit erwartet, wird seines Erachtens bitter enttäuscht werden. Allerdings hält er der Autorin zugute, selber einzuräumen, dass ihr Buch von Zuneigung und Verehrung geprägt ist. Akzeptiert man dies, kann man das Werk nach Ansicht des Rezensenten dennoch mit Gewinn lesen und einiges über Epplers Leben, die SPD und teilweise auch über Baden-Württemberg lernen. Nichtsdestoweniger hätte er sich eine etwas kritischere Auseinandersetzung mit den negativen Seiten von Epplers Idealismus gewünscht. Ähnlich unkritisch scheint Soldt auch die Aufarbeitung der schwierigen Beziehung Epplers zu Helmut Schmidt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.01.2011
Durchwachsen findet Rezensent Bernd Eilert dieses Biografie des SPD-Politikers Erhard Eppler, die Renate Faerber-Husemann vorgelegt hat. Eine richtige Biografie vermag er in dem Buch nicht zu erkennen, basiert es doch wesentlich auf einer Quelle: Gesprächen der Autorin mit dem Politiker, die jedes Kapitel einleiten. Außerdem reizt ihn die durchgehende kritiklose Affirmation der Autorin, weswegen ein korrekter Untertitel in seinen Augen lauten müsste: "Erinnerungen. Aufgezeichnet von einer Verehrerin." Des Weiteren sieht er in Eppler keinen Querdenker, sondern vielmehr einen hochanständigen, wenig aufregenden Politiker, der seinen Prinzipien immer treu geblieben ist. So steht Eppler am Schluss als guter, gescheiter, "entwaffnend nüchterner Ehrenmann" da, dem Eilert seine Sympathie letztlich nicht versagen will.
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