Sprache wird in politischen Debatten strapaziert, verbogen, oft missbraucht. Erhard Eppler schreibt über Begriffe, die Politik und Öffentlichkeit nutzen, um Meinungen durchzusetzen, Sachverhalte zu vernebeln und Gegner bloßzustellen. Wer sie hört, sollte kritisch sein! "Bierdeckel", "Elite", "Experte", "Gerechtigkeit", "Leistungsträger", "Maßnahme", "Neid", "Gewissen" oder "Ideologie" zählen zum festen Repertoire von Sonntagsreden, Interviews, Bundestagsansprachen oder Leitartikeln. Doch welche Absichten oder Ansichten stecken hinter solchen Wörtern? Der frühere Bundesminister, SPD-Bundestagsabgeordnete, Germanist und Lehrer Erhard Eppler hat jahrelange Erfahrungen mit dem politischen Gebrauch der Sprache gesammelt.
Ebenso brisant wie bedeutend findet Rezensent Uwe Pörksen dieses kleine Wörterbuch zum öffentlich eingefahrenen Gebrauch einiger politischer Schlüsselbegriffe. Deren suspekte Semantik lege Erhard Eppler so schonungslos offen, dass der Rezensent nach der Lektüre von Epplers politischen Analysen grundsätzlich sein Vertrauen in diese Begriffe verlor. Am nachhaltigsten beeindruckten Pörksen Epplers Ausführungen über die Entstaatlichung des Begriffes Krieg seit dem "War Against Terror" der Bush-Administration und die damit einhergegangene Unterwanderung der rechtsstaatlichen Souveränität. Aber auch die Analyse einiger Begriffe aus der Wirtschaft hat Pörksen das Fürchten gelehrt. Pörksen feiert Eppler auch für die Bescheidenheit seines Werks, das aus seiner Sicht ein "nicht zu unterschätzender Werkzeugkasten der Freiheit" ist.
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