1845: Europa ist in Aufruhr. Der Student Ferdinand Lassalle begegnet der zwanzig Jahre älteren Gräfin Sophie von Hatzfeldt und verliebt sich in sie. Sie ist mit einem der reichsten und mächtigsten Männer des Landes verheiratet und will sich scheiden lassen - doch kein Anwalt hat den Mut, sie zu vertreten. Kurz entschlossen bricht Lassalle sein Studium ab, um für ihre Freiheit und ihr Recht zu kämpfen. Er verwandelt den Scheidungsprozess in eine öffentliche Anklage gegen die herrschenden Verhältnisse.Von den feudalen Machtträgern gehasst und als Staatsfeind wiederholt verhaftet, wird Lassalle vom Volk gefeiert, avanciert mit der Unterstützung der Gräfin zum Wortführer der frühen Arbeiterbewegung und bereitet den Boden für die Sozialdemokratie. Seine vulkanische Natur und ihr besänftigendes Wesen bilden eine kraftvolle Symbiose - bis er der Diplomatentochter Helene von Dönniges begegnet und eine verhängnisvolle Affäre beginnt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 20.11.2019
Rezensentin Susanne Lenz wundert sich ein wenig, dass die Lebensgeschichte der "Roten Gräfin" von Hatzfeld im Berlin des Vormärz mit Renate Feyls Roman erstmals zum Stoff in der Literatur wird. Schließlich ist die Hatzfeld mit ihrem Kampf gegen die Ehe und ihren Verbindungen zur Arbeiterbewegung so was wie der Inbegriff der frühen unabhängigen und emanzipierten Frau, meint sie. Problematisch wie alle historischen Romane erscheint ihr das Buch durch die Unkenntlichkeit von geschichtlicher Wahrheit und Fiktion im Text. Gelungen scheint ihr der "leichtfüßige" Zugang zur Zeit des Vormärz und ihren politischen Auseinandersetzungen, gesellschaftlichen Moden und Ideen.
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