Herausgegeben von Henning Meyer und Christian Kellermann. Als Ferdinand Lassalle im Mai 1863 den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein gründete, tat er dies noch in einer anderen Welt. 150 Jahre später kann die deutsche Sozialdemokratie große Erfolge vorweisen. Angesichts der Globalisierung, Individualisierung und des Wandels der Arbeitswelt steht sie jedoch vor komplexen Herausforderungen, für die sie überzeugende Antworten entwickeln muss. In diesem Band denken kluge Köpfe aus Wissenschaft und Politik darüber nach, wie eine "Gute Gesellschaft" heute aussehen könnte und auf welchen Wegen sie sich realisieren lässt. Mit Beiträgen von Sebastian Dullien, Colin Crouch, Andrea Nahles, Julian Nida-Rümelin, Gesine Schwan u. v. a.
Stefan Reinecke hat drei Bücher gelesen, die sich mit dem Zustand der Sozialdemokratie befassen: "Von der Emanzipation zur Meritokratie" von Franz Walter und Stine Marg, den Sammelband "Die Gute Gesellschaft" und Oliver Schmolkes Essay "Zur Freiheit". Nicht viel Freude hatte er mit der "Guten Gesellschaft". Zwar sind die 17 Aufsätze alle von bekannten Autoren geschrieben (Reinecke nennt Andrea Nahles und Colin Crouch), die sich mit der Frage beschäftigen, was die Sozialdemokratie heute der Herrschaft der Märkte entgegensetzen könnte. Doch geschieht dies leider "oft in einer Sprache, aus der alles Anschauliche, Pointierte sorgsam getilgt scheint", kritisiert er. Gesines Plädoyer für Bildung als Hauptanliegen kann er noch am meisten abgewinnen, aber auch hier stellt sich ihm die Frage: Was geschieht mit den Verlierern?
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