Rene Descartes

Der Briefwechsel mit Marin Mersenne

Cover: Der Briefwechsel mit Marin Mersenne
Felix Meiner Verlag, Hamburg 2019
ISBN 9783787335374
Gebunden, 864 Seiten, 148,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Christian Wohlers. Es ist bezeichnend - aber für unsere Zeit nicht eben schmeichelhaft -, dass fast 370 Jahre nach Descartes' Tod eine seiner entscheidenden Lehren weitgehend unverstanden zu sein scheint: Eine sich selbst genügende Metaphysik, die weder der Grundlegung einer Physik noch einer Moral dient, ist überflüssig. Dasselbe Unverständnis begegnet der Kehrseite dieser Bestimmung: Eine nicht in irgendeiner Form von Metaphysik grundgelegte Physik oder Moral ist unmöglich. Mit diesen kategorischen Urteilen ist allerdings keineswegs gesagt, wie Physik und Moral in der Metaphysik grundzulegen seien, ja noch nicht einmal, was genau unter diesen Bezeichnungen zu verstehen ist. Um die Antworten auf diese Fragen, nach denen Descartes sein Leben lang gesucht hat, nachvollziehen zu können, ist nicht die jeweils isolierte Lektüre seiner metaphysischen oder seiner physikalischen Schriften allein, sondern jener Fundus heranzuziehen, in dem alle Fragen zusammenfließen, die Descartes überhaupt beschäftigten. Dieser Fundus ist der Briefwechsel mit seinem Freund Marin Mersenne (1588-1648). Durch seinen Briefwechsel mit praktisch allen Gelehrten seiner Zeit avancierte Mersenne zum zentralen Vermittler wissenschaftlicher Ideen und Ansätze in ganz Europa.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.01.2019

Rezensent Dominik Perler lernt in dem von Christian Wohlers herausgegebenen und übersetzten Briefwechsel zwischen René Descartes und Marin Mersenne den Naturwissenschaftler Descartes kennen, der sich in die Debatten seiner Zeit stürzt und empirisch Naturgesetze und Wirkungen zu erkunden sucht. Anders als in den "Meditationen" erscheint Descartes laut Perler nicht als zurückgezogener Philosoph. Die Anmerkungen führen den Rezensenten in ein Netzwerk innovativer Geister und lassen ihn erkennen, wie sich die Arbeitsbedingungen und der wissenschaftliche Stil im 17. Jahrhundert wandelten und wie damals gestritten wurde. Den Band möchte Perler entsprechend auch in wissenschaftshistorischer Hinsicht empfehlen.
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