Oliver Precht zeichnet in seiner Studie nach, wie Heidegger das ebenso klassische wie unmögliche Projekt einer totalen Selbstbestimmung zu seinen letzten Konsequenzen treibt. Er zeigt auf, inwiefern die Unmöglichkeit dieses Projekts eine philosophische Politik erforderlich macht, deren Kern in einer Selbstpräsentation besteht, gemäß der es Heideggers Philosophie nicht um ihr eigenes Sein, sondern um etwas ganz anderes geht: um die Wahrheit des Seins.Im Spannungsfeld zwischen der unmöglichen Selbstbestimmung und der allgegenwärtigen Selbstpräsentation entwickelt Precht eine Gesamtinterpretation, die nicht nur alle wesentlichen Aspekte, sondern auch die wendungsreiche, eng mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts verflochtene Entwicklung dieses Denkens umspannt. Diese im Verlauf der systematischen Untersuchung entwickelte Perspektive lässt Heideggers vieldiskutiertes Engagement für den Nationalsozialismus ebenso in einem neuen Licht erscheinen wie den für das ganze Projekt fundamentalen Eurozentrismus.
Rezensentin Charlotte Szasz gruselt es angesichts der Selbstbezogenheit im Denken Heideggers, wie sie Oliver Precht in seinem Buch offenlegt. Dass die "Schwarzen Hefte" kein Unfall waren, sondern eine Kontinuität im Denken des Schwarzwald-Philosophen darstellen, kann der Autor der Rezensentin ebenso überzeugend vermitteln wie er die Selbstpräsentation Heideggers in dessen sämtlichen Werkphasen nachweisen kann. Szasz begreift das Buch als Einführung, die ein erschreckendes Gesamtbild Heideggers zeichnet - als eines Philosophen, dem jegliches Staunen abging, außer über sich selbst.
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