Nachdem das römische Reich ein halbes Jahrhundert lang von schwersten Krisen erschüttert worden ist, gelingt es Diokletian (284-305), das Imperium zu stabilisieren. Mit ihm beginnt die Epoche der Spätantike. Während er und seine Mitherrscher noch auf eine Unterdrückung des Christentums setzen, wird der neue Glaube unter ihren Nachfolgern zur Staatsreligion. Dieser Übergang führt zu erheblichen Auseinandersetzungen mit Vertretern heidnischer Positionen, ist aber auch von großen theologischen Konflikten innerhalb der Kirche gekennzeichnet. Die geistigen Auseinandersetzungen jedoch werden überschattet durch die Wirren der Völkerwanderungszeit, in deren Verlauf barbarische Verbände das Reich im Westen schließlich zum Einsturz bringen (476), während in Konstantinopel das Kaisertum noch lange Triumphe feiert. Doch mit dem Aufkommen des Islam zieht auch dort eine Zeitenwende herauf.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.08.2014
Wozu das Verständnis des Untergangs Roms gut ist, weiß Burkhard Müller genau: Es könnte uns ja selbst so ergehen. Wenn der Beck Verlag seine sechsbändige Reihe "Geschichte der Antike" nun mit dem letzten Band "Die Spätantike" beginnt und den Althistoriker René Pfeilschifter damit ein "vergleichsweise schlankes" Werk vorlegen lässt, spitzt Müller also die Ohren. Mit Gewinn. Auch als nicht fachmännischer Leser erhält der Rezensent Übersicht über die Zeit von 284 bis 641, da der Autor sich auf das Wesentliche konzentriert, etwa die Regierungszeit Kaiser Julians, und gedankenreich, stilistisch elegant sowie lebendig geschrieben, wie Müller versichert, neue Sozialtypen betrachtet und sogar philosophische Betrachtungen über den Verlauf von Geschichte anbietet.
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