Die Hunnen galten bereits in der Antike als Inbegriff kriegerischer Barbaren. Auf ihren Pferden fegten sie wie Stürme über Dörfer und Städte hinweg und verbreiteten Angst und Schrecken. Unter Attila, dem bekanntesten Hunnenherrscher, wurden sie zu einem der gefährlichsten Widersacher des Römischen Reiches. Doch wer waren diese mysteriösen Steppenreiter? Woher kamen sie? Und wie gelang es ihnen, ein Reich aufzubauen, vor dem selbst Rom erzitterte? In seiner lebhaften Gesamtdarstellung wirft der Althistoriker Mischa Meier einen Blick hinter die Legenden und schildert, was wir über die faszinierende Kultur und Gesellschaft der Hunnen, über ihren Ursprung und ihre Herrschaft wissen. Als die Hunnen 375 n.Chr. zum ersten Mal in den Machtbereich der römischen Welt eindrangen, löste dieser "Hunnensturm" Schockwellen aus. Sechzig Jahre danach hatte Attila es geschafft, in Mitteleuropa ein mächtiges Hunnenreich zu etablieren, mit dem selbst die römischen Kaiser auf Augenhöhe verhandeln mussten. Mischa Meier beleuchtet nicht nur den beeindruckenden Aufstieg unter Attila, sondern auch den dramatischen Niedergang des Reiches nach seinem Tod ein Ereignis, das das Machtgefüge Europas grundlegend veränderte und möglicherweise auch den Untergang des Weströmischen Reiches beschleunigte. Eindrücklich führt er vor Augen, wie die Hunnen zu solch prägenden Faktoren der Völkerwanderungszeit werden konnten. Das vorliegende Buch bietet eine Einführung in die Welt der Hunnen jenseits der Klischees und Zuschreibungen, die sich auch heute noch um diese legendären Krieger ranken.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.08.2025
Ein Buch, das das Image der Hunnen zurechtrückt, hat Mischa Meier Rezensent Stefan Rebenich zufolge geschrieben. Von eurasischen Steppen her stammten die multiethnischen Hunnen ursprünglich, liest der Kritiker, in der Völkerwanderungszeit interagierten sie mit den Römern und anderen, oft ausgesprochen kriegerisch, sie unterhielten aber auch Handelsbeziehungen. Nach dem Tod des legendären Hunnenführers Attila war die große Zeit der Hunnen aber bald zu Ende. Die Hunnen stehen bei Meier, erklärt uns Rebenich, exemplarisch für Steppenvölker der Spätantike, sie sind keine historischen Randfiguren, sondern nehmen eine durchaus wichtige Stellung im geopolitischen Machtgefüge ein. Vor allem lobt der Rezensent Meiers quellenkritischen Ansatz: Denn was wir über die Hunnen wissen, wissen wir nicht von ihnen selbst, sondern zum Beispiel von den Römern, die die ihnen fremde Kultur als Barbaren beschrieben. Diese Projektionen gilt es zu bedenken, wenn man über die Hunnen forscht, lernt Rebenich aus diesem klugen Buch.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.07.2025
Rezensent Andreas Kilb erinnert an die sprichwörtliche Gewalttätigkeit der Hunnen. Das Buch des Althistorikers Mischa Meier liefert die Fakten dazu, erklärt die Herkunft und den Fall des Reitervolks unter Attila sowie die römisch-hunnischen Beziehungen und räumt mit Mythen auf, so Kilb. Kilb lobt die Leidenschaft und den analytischen Blick des Autors bei der Durchdringung seines Stoffes und seiner Hauptquelle, des Reiseberichts des Diplomaten Priskos aus dem Jahr 449. Der Präsenz der Hunnen in unseren Köpfen fügt der Autor laut Kilb ein vielschichtiges Bild hinzu.
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