Flexibilität ist das Zauberwort des globalen Kapitalismus. Auch der ganz normale Arbeitnehmer muß ständig bereit sein für Veränderungen, muß immer aufs neue wagen und gewinnen. Richard Sennett, einer der bekanntesten Soziologen der Gegenwart, liefert eine Analyse unserer Lebensbedingungen im Zeichen des neuen Kapitalismus.
Franz Schuh fühlt sich in seiner Besprechung von Sennetts Buch "Der flexible Mensch" an amerikanische Fernsehsehserien, insbesondere "Ally McBeal" erinnert. Diese Filme, führen seiner Ansicht nach vor, wie "buchstäblich alles an einer Oberfläche abgleitet". Diese glänzende Oberfläche sei, so Schuh, charakteristisch für die in diesem Buch charakterisierte Mittelschicht, die der Kapitalismus nicht unangetastet lässt, sondern vielmehr daran hindere eine eigene Geschichte auszubilden. Die angloamerikanische Form des Kapitalismus fordere in erster Linie Flexibilität, die alle Probleme sofort zu lösen versuche und suggeriere man könne "Macht ausüben, ohne Verantwortung zu tragen." Schuh resümiert die Haltung des Autors als die einer "pragmatischen Skepsis", die man berücksichtigen solle, wenn man heutzutage das "rheinische Kapitalismusmodell durch das angloamerikanische ersetzen" wolle.
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