Aus dem Amerikanischen von Ingo Herzke. Rick Moody erzählt von der Jagd nach dem heiß begehrten Stoff für eine alles umspannende Fernsehsaga, einem Stoff, der unseren Durst nach Glück und Liebe stillen wird. Bevölkert von einer unvergeßlichen Galerie ebenso unterschiedlicher wie eindrücklicher Charaktere, ist es die große amerikanische Komödie von Ehrgeiz, Einsamkeit und dem Aberwitz unserer Mediengesellschaft.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.01.2007
Den Rezensenten Michael Schmitt verleitet die Lektüre von Rick Moodys "Wassersucher" zu begeisterten Luftsprüngen. Zu seinem Thema - die gefälligen Selbsterklärungsmythen der Gegenwart - habe der Autor ein geradezu "kongeniales" Format gewählt: die Fernsehserie. So gelinge es Moody, in den 31 Kapiteln, die seine Geschichte um eine kleine Filmproduktionsfirma und deren Mehrteiler-Projekt "Wassersucher" umfasst, ganz New York einzufangen. Moodys Erzählung lebe von ihrer serienartigen "Sprunghaftigkeit", ihrem stets präsenten und dennoch lax gesponnenen roten Faden, um den sich zahlreiche dramaturgische Nebenschauplätze ranken. Sie kommt daher als eine mit zahllosen "kleinen Dramen" gesättigte Satire, die den großen Zusammenhang der Schicksale sucht. Der dabei lauernden Gefahr der moralischen Keule, so das Fazit des Rezensenten, geht Moody leichthändig aus dem Weg, indem er seine Figuren zwar gnadenlos ins Klischeehafte reißt, sie aber nicht darin aufgehen lässt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.01.2007
Den opernhaften Sound des Autors kennt Florian Welle bereits und hat daran auch absolut nichts auszusetzen. Schließlich passt ein bisschen Bombast ganz gut zu einer 600-Seiten-Satire mit einer "Legion an Personen und Handlungssträngen". Ebenso passend für eine "comic novel" über den US-Medienzirkus findet Welle die von Rick Moody gewählte TV-Serienstruktur von 31 Kapiteln mit je einer eigenen Hauptfigur. Dass Welle dem Buch seine politische Dimension (die Handlung findet statt vor dem Hintergrund der US-Wahlen von 2000) trotz aller Grellheit dennoch abnimmt und die Figuren ihm nicht als Karikaturen erscheinen, macht neugierig.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.10.2006
Enttäuscht zeigt sich Rezensent Richard Kämmerlings von Rick Moodys neuem Roman. Auch wenn er den Autor für sein von Ang Lee verfilmtes Werk "Der Eissturm" bewundert: den Roman "Wassersucher", eine groß angelegte, verschlungen erzählte, in der Medienwelt der Jahrtausendwende angesiedelte Gesellschaftssatire hält er schlicht für misslungen. So findet er das Buch in seinem Bemühen um absolute Gegenwärtigkeit bei gleichzeitiger präziser historischer Verankerung schon wieder anachronistisch. Zudem moniert er zahlreiche "inhaltliche Ungereimtheiten". Schließlich hält er dem Buch vor, die Überlegenheit des Mediums "Roman" über den Film demonstrieren zu wollen. Das geht seines Erachtens völlig daneben. Die einzelnen Kapitel wirken auf ihn wie am "Reißbrett" entworfene, der Roman insgesamt wie ein "Musterbuch für Creative Writing". Kämmerling scheint das intellektuell ziemlich überheblich. Entsprechend lautet die Diagnose des Autors: "Schriftstellerische Großmannssucht".
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