Rin Usami

Idol in Flammen

Roman
Cover: Idol in Flammen
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2023
ISBN 9783462003024
Gebunden, 128 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Japanischen von Luise Steggewetz. Die Schülerin Akari ist von Masaki, einem Mitglied einer beliebten J-Pop-Gruppe, besessen. Sie schreibt einen Blog, der ihm gewidmet ist, und verbringt Stunden im Internet auf der Suche nach Informationen über ihn und sein Leben. Als Gerüchte aufkommen, dass ihr Idol einen weiblichen Fan angegriffen haben soll, explodieren die sozialen Medien. Masakis Situation spitzt sich zu und droht auch Akaris Leben zu zerstören. Anstatt einen Weg zu finden, sich zu befreien, wird Akari noch fanatischer. Ein Roman über Fankultur und die zerbrechliche Psyche junger Menschen von einer Autorin, die nicht viel älter ist als ihre Heldin.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 30.09.2023

Einen aufschlussreichen Einblick in die ausufernde japanische Fankultur erhält Rezensentin Shoko Bethke in Rin Usamis Roman über Akari, Teenagerin und extremer Fan ihres Idols Masaki, von dem sie Unmengen an CDs und Fanartikeln kauft, weil sie sich davon ein wenig Nähe zu ihm verspricht. Auch in ihrem Blog schreibt sie über ihn und tauscht sich mit Gleichgesinnten aus, so die Rezensentin, die es gut findet, dass auch die Perspektive jener Idole nicht ausgeblendet wird, die aus strengen Knebelverträgen oftmals nur den Suizid als Ausweg sehen. Akari indes, hält trotz Gewaltvorwürfen an Masaki fest, bleibt obsessiv, auch, wenn sie damit ihrer Gesundheit schadet, so Bethke, die diesen Roman als Fenster in die sogenannte Otaku-Kultur zur Lektüre empfiehlt, auch, wenn manches vielleicht etwas überspitzt dargestellt wird. 

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 02.09.2023

Rezensentin Jana Ballweber erkennt die universelle Bedeutung der Geschichte im Roman der japanischen Autorin Rin Usami. Zwar geht es laut Rezensentin um eine spezielle, in Japan kultivierte Variante des Idol- und Fantums und um das japanische Bildungssystem, doch die Story bietet auch dem westlichen Leser Anknüpfungspunkte, verspricht Ballweber. Wie die Protagonistin ihr Schicksal mit dem ihres Sänger-Idols verknüpft und mit diesem lebt und leidet, davon erzählt Usami äußerst "nahbar" und mitreißend, findet Ballweber.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 16.06.2023

Rezensentin Miriam Zeh scheint den Starstatus von Rin Usami in Japan nicht ganz zu verstehen. Der vorliegende kurze Roman um einen Hardcore-Fan, der den Sturz seines Idols, Mitglied einer japanischen Pop-Band, zu verkraften hat, überzeugt sie jedenfalls nicht. Zu didaktisch der Impetus, wenn die Erzählerin ihre eigene Psyche analysiert, zu wenig rätselhaft die Figur, die Zeh eigentlich interessant findet in ihrer unerschütterlichen Obsessivität.

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