Aus dem Amerikanischen von Rose Aichele. Der ehemalige Tänzer Larry LaSalle, der von allen Jugendlichen in Frenchtown bewundert wird, übt auch auf Francis eine besondere Anziehung aus. Mit LaSalles Hilfe entdeckt Francis sein sportliches Talent und überwindet seine Schüchternheit. Endlich kann er Nicole seine Liebe gestehen. Doch dann wird Francis stummer Zeuge einer furchtbaren Tat von Larry LaSalle. Voller Schuldgefühle entscheidet er sich, in den Krieg zu ziehen. Als schwer verwundeter "Held" kehrt Francis nach Hause zurück. Er ist entschlossen, die Vergangenheit aufzuarbeiten: Nicole suchen und sich an Larry LaSalle rächen...
Ganz schön karg fällt die Besprechung von Reinhard Osteroth aus. Worums geht, gut, erzählt er uns in wenigen gut gesetzten Worten, auch von einem offenen Schluss berichtet er. Aber wie das geht, das Irritierende, das Unwiderstehliche des kleinen Buches zustande kommt, das ihm so gut gefällt - "die Kunst der Stagnation", wie Osteroth es nennt -, hätten wir so gern gewusst. "Akribisch" und "beiläufig" zugleich zu sein, ist ja fast schon ein Wunder, "ein Meisterstück in Kürze", sicher. Aber vielleicht lassen sich Wunder nicht erklären.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.03.2001
Sehr ergriffen schreibt Fritz Göttler über das Buch Robert Cormiers, der sich mit dem schwierigen Thema des Heldentums im Krieg auseinandersetzt. Die Rezension ist so vielmehr zu einer Nacherzählung geworden über den Erzähler Francis, der sich auf den Schlachtfeldern des Zweiten Weltkriegs auf eine Granate gestürzt hat, um seine Kameraden zu retten, und mit zerfetztem und vielfach operiertem Gesicht daran scheitert, sein Leben nach der Heimkehr fortzusetzen oder ein neues zu beginnen. Göttler schreibt, dass dem Buch zwar der Spruch F. Scott Fitzgeralds `Zeige mir einen Helden, und ich werde eine Tragödie über ihn schreiben` vorangestellt sei, dass die Freiheit der Tragödie nach dem Krieg aber nicht mehr möglich sei.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…