Aus dem Amerikanischen von Vera L. Calábria (deutsche Erstausgabe). Mit Abbildungen und Notenbeispielen sowie Register. Fast ein Vierteljahrhundert war er Mitarbeiter und Berater des Komponisten und darüber hinaus einer der wichtigsten Dirigenten seines Werkes: Wie kein anderer seiner Kollegen kannte Robert Craft den späten Strawinsky. In Essays, Kritiken, Vorträgen und Programmartikeln beleuchtet Craft sachkundig und unterhaltsam unbekannte Details über den Komponisten und Menschen Strawinsky. Er berücksichtigt dabei nicht nur die amerikanischen Lebensjahre des Komponisten, sondern wartet anhand bislang unveröffentlichten Materials auch mit einer Fülle von Informationen zum Frühwerk und zur Pariser Zeit auf. Neue Erkenntnisse, etwa zur Jugend Strawinskys, zu "Le sacre du printemps" und "Les noces" oder zur Entstehung seiner Schrift "Musikalische Poetik", werden nicht nur den Laien, sondern auch den Strawinsky-Spezialisten überraschen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.10.2000
Bettina Ehrhardt erinnert in ihrer Rezension daran, dass Craft nicht nur langjähriger Freund und Vertrauter Strawinskys war, sondern auch sein Sekretär, Dirigent seiner Werke und Biograf - sein "Eckermann". Gleichzeitig habe auch Strawinsky von Craft profitiert. Er lernte durch ihn die amerikanische Kultur und Sprache, fand in ihm einen "Resonanzboden" für private und kompositorische Belange und näherte sich durch seine Unterstützung an die Zwölftonmusik an. Besonders gefallen hat der Rezensentin an diesem Buch, einer Mischung zwischen Biografischem und "musikalischen Erörterungen", zum einen das ständige Erstaunen Crafts über Strawinskys Offenheit und Neugier, seinem Wissensdrang und seiner Fähigkeit zur Inspiration. Zum anderen ermögliche das Buch dem Leser, auch einmal "hinter die Kulissen" zu schauen und etwas über die "Bluffs und Spiele, mit denen damals Musikgeschichte gemacht wurde" zu erfahren - etwa dort, wo Stokowski eine Mäzenin erfand, um Strawinskys Werke in den Vereinigten Staaten aufführen zu können, und Strawinsky dieses Spiel wohl wissend mitspielte. Nicht zuletzt weiß es Ehrhardt zu schätzen, dass Craft zahlreiche Fehler oder Irrtümer in anderen Veröffentlichungen zum Komponisten korrigiert.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…