Seit Anfang der achtziger Jahre befinden sich die Aktienmärkte weltweit im Aufschwung. Optimisten geben viele plausible Gründe für die hohen Kurse an: den weltweiten Sieg des Kapitalismus, die Internet-Revolution, die Gründerzeitstimmung in der New Economy, die Aktienkultur der Babyboom-Generation. Robert Shiller blickt hinter die Fassaden der lieb gewonnenen Vorstellung vom schier unendlichen Zukunftspotenzial der Unternehmen, die in der New Economy und an den Hightech-Segmenten der Börse zurzeit Furore machen. Er deckt auf, dass der steile Anstieg der Aktienkurse alle Anzeichen einer spekulativen Überhitzung trägt und dass sich die Kursblase dadurch fortgesetzt selbst nährt. Aber wie lange noch?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.12.2000
Besser könne es für einen Buchautor gar nicht kommen, meint Rezensent Hanno Beck. Kaum sei im Herbst dies "pessimistische Szenario" erschienen, als die Aktienkurse ihre "auch jetzt noch ungebremste" Talfahrt angetreten hätten. Shillers Analyse der "spekulativen Blase" findet Beck bestechend und umfangreich, und rekapituliert die "strukturellen Faktoren", die Shillers Theorie zufolge zunächst die Kurse in die Höhe und danach gnadenlos in die Tiefe stürzen. Die Anleger als solche machen in diese Theorie keine sehr gute Figur: vom Herdentrieb und anderen kaum rational zu nennenden Faktoren gesteuert, tappen sie in "vielfältige psychologische Fallen". Aber auch ganz globale Faktoren, angefangen vom Untergang des Kommunismus bis zum Aufkommen des Internets kommen vor. Dem hat der Rezensent wenig hinzuzufügen. Aber dann stürzen plötzlich Shillers Kurse beim Rezensenten. Denn irgendwann hat Shiller "das wackelige Parkett der Prognosen" betreten. Dorthin mag Beck ihm nicht mehr folgen. Auch greifen seiner Ansicht nach Shillers "Vorschläge, wie man mit Kursblasen umgehen" solle, zu kurz.
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