Aus dem Englischen von Andreas Nohl. Ein Kriegsgefangener in Edinburgh verliebt sich in ein schottisches Mädchen, flieht und durchquert mit der Polizei im Nacken ganz England. In gottverlassenen Landschaften und zwielichtigen Kaschemmen spielen die Szenen und drohen die Gefahren, denen der Held immer wieder entkommt. Voller Eloquenz, Witz und entwaffnendem Charme zieht der Erzähler St. Ives unsere Sympathie auf seine Seite.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.07.2011
Dies ist keins der gelungensten Bücher von Robert Louis Stevenson, meint Rezensent Thomas Steinfeld. Der Roman hat zwar ein historisches Ereignis - den napoleonischen Krieg zum Hintergrund. Aber ein historischer Roman ist es nicht, meint er. Zu schwungvoll-ironisch der Held, zu abenteuerhaft die Geschichte. Stevenson hat den Roman nie beendet. Die letzten sechs Kapitel schrieb der Schriftsteller Arthur Quiller-Couch nach Notizen Stevensons. Vielleicht auch daher das Unentschiedene des Romans. Übersetzer Andreas Nohl hat sich entschlossen, ihn als Melodram zu behandeln, so Steinfeld, den das nicht überzeugt. Die eigentliche Geschichte des Buchs, nämlich wie ein eleganter, ironischer französischer Adliger "seine Naturalisierung als Brite" inszeniert, geht für den Rezensenten so verloren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.04.2011
Jochen Schimmang hat Robert Louis Stevensons letzten, nun in neuer deutscher Übersetzung vorliegenden Roman "St. Ives" mit großer Begeisterung aufgenommen. Er würdigt den in Großbritannien oft als zweitklassigen Schreiber geschmähten Autor als "Erzähler von Weltformat". Davon kann man sich zu seiner Freude bei der Lektüre von "St. Ives" überzeugen. Er sieht in diesem fulminanten Abenteuerroman um einen französischen Spion auf der Flucht durch Europa, in dem der Autor lustvoll und auf hohem Reflexionsniveau mit Elementen der Kolportage spielt, die Haltung postmodernen Erzählens vorweggenommen. Zudem zeichnet sich das Werk durch Stevensons brillanten Stil aus, den Andreas Nohl in "geschmeidiges, frisches Deutsch" gebracht hat. Sein Fazit: ein Werk der Weltliteratur, das es neu zu entdecken gilt.
Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…