Aus dem Amerikanischen von Thekla Dannenberg. Geprägt von den intellektuellen Debatten und ideologischen Gräben der Dreißiger, den Auseinandersetzungen zwischen den kommunistischen Volksfront-Bewegungen und der Reaktion der McCarthy-Ära, publizierte Robert Warshow als 'antikommunistischer Linker' in den 40ern und 50ern im Zweifrontenkrieg gegen den Stalinismus und McCarthyismus. Gemeinsamer Bezugspunkt der thematisch breitgefächerten Texte zu Film (vornehmlich Gangsterfilm und Western), Massenkulturphänomenen wie Comics, Theater und Literatur dieses außerordentlichen kritischen Temperamentes ist sein Festhalten an der "unmittelbaren Erfahrung" als Korrektiv ideologischer Verirrungen und integraler Bestandteil der Kritik. Die vorliegende Anthologie vereinigt alle Film-Texte Warshows sowie weitere Essays, die er zu einer Reihe verwandter Aspekte der Populärkultur in Amerika geschrieben hat.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.10.2014
Fritz Göttler freut sich über die gesammelten Texte des großen amerikanischen Filmkritikers Robert Warshow. Hier erfährt er, was der Autor großer Standard-Essays etwa über den Gangster, zu Chaplin, Kafka, zu Krazy Kat oder zum russischen Stummfilm zu sagen hat. Laut Göttler ist das ausnahmslos inspirierend, weil der Autor Film zuallererst als Mensch betrachtet, nicht als Kritiker, und darin reine Kultur erblickt, ähnlich wie Fischen oder Baseball. Nichts Geringeres als die Geburt der Moderne erlebt Göttler in diesen Texten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.08.2014
Zurückversetzt in die versunkene Welt der "New York Intellectuals" der Nachkriegsjahe um die Zeitschriften "Partisan Review", "Commentary" und "Dissent" fühlt sich Jörg Später. Dass ein kleiner Verlag die Aufgabe übernimmt, den "Commentary"-Redakteur und liberalen Antikommunisten Robert Warshow mit einer Sammlung seiner Filmessays in Erinnerung zu bringen, findet Später beachtlich. Lesenswert scheinen ihm die Texte über Charles Chaplin, den euroäischen Kunstfilm oder den Westernhelden im US-Kino aufgrund von Warshows Humor und seinem für die damalige Zeit recht unkonventionellen filmästhetischem Verständnis, dessen Gestus auf Erfahrung setzte, wie Später erklärt, und die Massenkultur kritisierte. Ein gründlicheres Lektorat hätte den außergewöhnlich gestalteten Band für Später noch empfehlenswerter gemacht.
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