Alajmo, selbst ein chaosresistenter Palermitaner, erklärt einem imaginären Besucher, der sich fürchtet, sein Hotelzimmer zu verlassen, die Stadt. Er zeigt ihm berühmte Monumente und die Schauplätze von Attentaten, Gärten und Parks, Gassen und Märkte. Er kommentiert den abenteuerlichen Verkehr, die Schwarzbauten, das Meer, die einschlägigen Klischees, den vertrauten Umgang mit den Toten und führt ein in das Denken der Sizilianer im Allgemeinen und der Bewohner Palermos im Besonderen. Es gilt, eine der letzten Städte Europas, in die die Moderne noch nicht wirklich Einzug gehalten hat, zu entdecken: atemberaubend schön, widersprüchlich, dekadent, gewalttätig und lebendig.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.09.2007
Roberto Alajmos "Anti-Reiseführer" über Palermo hat Maike Albath ganz wunderbar gefallen. Mit einem konventionellen Reiseführer hat das "schwungvoll" übersetzte Buch ihres Erachtens nichts gemein. Sie sieht es vielmehr als einen guten Mix aus Charakterstudie, Mentalitätsgeschichte, Gebrauchsanweisung und Feuilleton. Im lockeren Plauderton bringe Alajmo dem Leser diese widersprüchliche, chaotische, schmutzige und doch wunderschöne Stadt nahe. Reizvoll findet sie dabei die dialektische Bewegung, in der Alajmo die Ängste der Palermo-Besucher gleichermaßen schüre wie zerstreue. Sie attestiert dem Autor, mit den gängigen Sizilien-Klischees aufzuräumen, Bräuche wie den bizarren Totenkult seiner Mitbürger oder die weit verbreitete Haltung eines zufriedenen Pessimismus zu erklären.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.07.2007
Mit großer Begeisterung stellt Rezensent Henning Klüver dieses "wunderbare" Palermobuch des 1959 geborenen Schriftstellers vor, das ihm die Stadt nahe gebracht hat wie kaum eine Publikation zuvor. Gemäß des italienischen Originaltitels "Palermo e una cipolla" (Palermo ist eine Zwiebel) ziehe Roberto Alajmo Haut um Haut von "seiner Stadt" ab, nivelliere Klischees und öffne die Sinne für diese außergewöhnliche Metropole Südeuropas und ihre Mischung aus Schönheit und Grausamkeit, normannischer und arabischer Einflüsse, Armut und Dekadenz. Der kundige Autor sensibilisiere das Verständnis des Lesers für die Blicke der Jugendlichen ebenso wie das gebrochene Verhältnis der Bewohner der sizilianischen Hauptstadt zum Meer. Auch klammere Roberto Alajmo bei seinen kulturellen Streifzügen die Problemzonen der Stadt nicht aus. Doch er nutze sie, "um die Stadt zu häuten", und stoße dabei regelmäßig auf eine neue Oberfläche.
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