Aus dem Italienischen von Roland H. Wiegenstein. Der Band des italienischen Schriftstellers und Verlegers enthält auf knappstem Raum scharfsinnige, tiefgründige, geistreiche Texte über Bücher: berühmte und kaum bekannte, Romane und philosophische Werke, Dramen und Gedichte. Calasso betrachtet Stifter und Nietzsche, Canetti und Bachmann, Chatwin und Nabokov - eine schier unerschöpfliche Auswahl an persönlichen Klappentexten, die den Leser in Calassos Welt der Literatur entführt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.07.2006
Steffen Richter preist die als Briefe getarnten Klappentexte des italienischen Verlegers und Schriftstellers Roberto Calasso. In den Klappentexten spiegele sich die Philosophie des Mailänder Adelphi-Verlags, den Calasso 1962 mit Schopenhauer und Nietzsche im Programm startete, als Gegenentwurf zur Einaudi-Kultur mit Gramsci, Lukacs und Brecht. Calasso verstehe das Büchermachen als "Tätigkeit eines intellektuellen Bastlers", jedes Teil müsse sich in das Gesamtwerk einfügen, zudem ebenso wie der Text auch Einband, Auflage und Klappentext gehören. Die 100 ausgewählten, stilistisch eleganten Kurztexte ließen sich wie eine programmatische "Literaturgeschichte in Fragmenten" lesen, von der Psychoanalyse, über indische Mythologie bis zur Wiener Moderne zeichne sich aus der Gesamtschau ein selten gewordener "kompromissloser Wille zu Eigensinn und Qualität ab" freut sich der Rezensent.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.07.2006
Steffen Richter preist die als Briefe getarnten Klappentexte des italienischen Verlegers und Schriftstellers Roberto Calasso. In den Klappentexten spiegele sich die Philosophie des Mailänder Adelphi-Verlags, den Calasso 1962 mit Schopenhauer und Nietzsche im Programm startete, als Gegenentwurf zur Einaudi-Kultur mit Gramsci, Lukacs und Brecht. Calasso verstehe das Büchermachen als "Tätigkeit eines intellektuellen Bastlers", jedes Teil müsse sich in das Gesamtwerk einfügen, ebenso wie zum Text auch Einband, Auflage und Klappentext gehören. Die 100 ausgewählten, stilistisch eleganten Kurztexte ließen sich wie eine programmatische "Literaturgeschichte in Fragmenten" lesen, von der Psychoanalyse über indische Mythologie bis zur Wiener Moderne zeichne sich aus der Gesamtschau ein selten gewordener "kompromissloser Wille zu Eigensinn und Qualität ab" freut sich der Rezensent.
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