Roberto Calasso

Ka

Cover: Ka
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1999
ISBN 9783518410677
gebunden, 477 Seiten, 32,72 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Katharina Fröhlich und Marianne Schneider. "Ka" - das sind Geschichten vom Geist und von Indiens Göttern. "Wer ist Ka?" fragt sich der riesige Adler, als er, im Laubwerk des Baumes Rauhina verborgen, diesem Namen am Ende einer vedischen Hymne begegnet. Ka ist der geheime Name Prajapatis, des Stammvaters, auf den die dreiunddreißig Götter und die zahllosen Menschen zurückgehen. Bald sollten sich Götter und Menschen nicht mehr um ihn kümmern und ihn beinahe vergessen. Ka bedeutet "Wer?" und ist die letzte Frage, die man stellt, wenn alle anderen Fragen gestellt worden sind. Um auf die letzte Frage zu antworten, muss man durch alle Geschichten hindurch. Und um durch alle Geschichten hindurchzukommen, muss man sich wie der Adler die Frage stellen, wer denn schweigend alle Geschichten in sich berge. Ka.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.06.2000

Obwohl Ulrich Holbein dieses Buch für "gut lesbar, sehr gehaltvoll, anregend, intelligent, instruktiv, profund, solide gearbeitet (und) sympathisch" hält, kann er sich nicht wirklich dafür begeistern. Ihm scheint die neuzeitliche Reflektionslust und die Freude an Metaphern in Verbindung mit den alten indischen Mythen nicht wirklich gelungen. Bei manchen Sätzen wüsste der Rezensent schon gerne, ob es sich um den "O-Ton unverfälschter Veden und Upanishads" handelt oder ob sie "bereits dem Ossian-Syndrom kundiger Archaisierung" gehorchen. Holbein deutet allerdings an, dass sich Calasso mit diesem Problem in guter Gesellschaft befindet. Nicht jeder könne eben "schöne alte Mythos via vordatierter Alltagssprache so plastisch verlebendigen wie Arno Schmidt". Angenehm findet Holbein jedoch, dass der Autor - anders als in seinem Buch `Hochzeit von Kadmos und Harmonia` von 1990 - hier auf den "didaktischen Zeigefinger und Wir-Ton" verzichtet. Auch die Bilder in diesem Band gefallen ihm.

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