Robinson Jeffers

Die Zeit, die da kommt

Gedichte. Zweisprachige Ausgabe
Cover: Die Zeit, die da kommt
Carl Hanser Verlag, München 2008
ISBN 9783446230088
Gebunden, 256 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen und mit einem Essay von Eva Hesse. Robinson Jeffers (1887 - 1962) ist einer der großen Unbekannten der US-Literatur. Als niemand in Amerika und anderswo davon sprechen wollte, sprach er von der Bedrohung durch den unbedingten Fortschritt, die Naturzerstörung, die Überbevölkerung und, auf literarischem Gebiet, durch den Modernismus. Für seine Dichtung wie für sein Dasein zog Jeffers daraus die Konsequenz des Ausstiegs. Doch vor allem war Jeffers ein Dichter von ungeheurer Sprachmacht und von einer visionären Bildlichkeit.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.08.2009

Marica Bodrovizic setzt sich ausführlich mit dem lyrischen Werk des Amerikaners Robinson Jeffers auseinander, das in dieser Ausgabe, fünfzig Jahre nach seinem Tod, auf ausgewählte Gedichte durch Eva Hesse begrenzt wurde. Deren Essay findet die Rezensentin beachtlich, und es liegt ihr am Herzen, den hierzulande kaum wahrgenommenen Poeten nun endlich einmal wertzuschätzen, also einfach mal zu lesen. Sein "Inhumanismus", den Menschen als relativ unwichtig im universellen Sinne zu sehen, sei als "Menschenhass" missverstanden worden. Jeffers Universum sei die Sprache gewesen, in der er die ganze Welt einschloss. Seine Gedichte, so begeistert sich Bodrovizic, zeugten von dem Potential, "was Dichtung alles vermag". Ganz nebenbei erhebt sie ihn zur Kuriosität: Jeffers war ein "knallharter Erwecker", den es heute nirgendwo mehr gibt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.04.2009

Nico Bleutge stellt den amerikanischen Lyriker Robinson Jeffers vor, von dem nun eine Gedichtauswahl in einer zweisprachigen Ausgabe vorliegt. Jeffers, darin an Walt Whitman erinnernd, besingt in seinen Gedichten vor allem emphatisch die Naturerscheinungen, wobei es ihm weniger um flüchtige Eindrücke, als um Bleibendes geht, erklärt der Rezensent durchaus beeindruckt. Der Mensch als Maßstab trete dabei in den Hintergrund und das sei vielleicht auch der Grund, warum der Lyriker zeitlebens eine literarische Randerscheinung blieb, mutmaßt Bleutge. Der hohe Ton, den Jeffers gern anschlägt, muss der Rezensent einräumen, ist mitunter etwas anstrengend und insbesondere die Gedichte, mit denen der Autor im Zweiten Weltkrieg "eingängige Botschaften" gestreut hat, können ihn nicht überzeugen. Harsche Kritik muss sich die Übersetzerin gefallen lassen, die wie Bleutge findet, nicht selten den angemessenen Ton verfehle und mal zu zeitgenössisch, mal zu antiquiert überträgt und der "musikalischen" Qualität von Jeffers' Sprache nicht gerecht wird.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.10.2008

Jürgen Brocan stellt mit Freude den Auswahlband mit Gedichten von Robinson Jeffers vor, wenn er auch klarmacht, dass er die Behauptung der Übersetzerin Eva Hesse, der Autor sei selbst unter Akademikern hierzulande kaum bekannt, für eine Übertreibung hält. Das hervorragende Nachwort der Übersetzerin klärt über den Hintergrund Jeffers auf, der als "Aussteiger" und Außenseiter zu den Vertretern eines "nature writing", das die Natur der menschlichen Zivilisation entgegenstellte, lobt der Rezensent. Die Auswahl des vorliegenden Bandes empfindet der zufriedene Rezensent als repräsentativ. Sie stimmt mit dem bereits 1984 erschienenen Auswahlband "Unterjochte Erde" überein, die Übersetzungen wurden aber von Hesse noch einmal kritisch durchgesehen, so Brocan, der auf den "eigenwilligen Übersetzungsduktus" hinweist, der manche anregende Zuspitzung enthält, mitunter aber auch etwas "befremdet", wie er zugeben muss.

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