Es hätte das eigentliche Debüt des Lyrikers Rolf Dieter Brinkmann werden sollen: der Gedichtband "Vorstellung meiner Hände", 1963 geschrieben, doch seinerzeit vom Verlag abgelehnt. Interesse hatte man an der Prosa des Autors, nicht an Gedichten, die sich von allem unterschieden, was damals als Lyrik galt. "Die Erde ist ein Sarg", "Rondo für Maleen", "Die hohen Feste des Luis Buñuel", "Die Bombe in meinem Kopf", aber auch "Ihre schönen Knie", schon die Titel verraten: Die Verse des 23-Jährigen enthalten bereits den unverkennbaren Brinkmann-Sound, vielleicht etwas roher, beredter, persönlicher, expressiver als später publizierte Texte des Autors.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.10.2010
Allenfalls als Fingerübungen des später rigoros sich Verweigernden möchte Rezensent Michael Lentz die frühesten Gedichte Rolf Dieter Brinkmanns lesen. Weitgehend der vernichtenden ersten Beurteilung der Gedichte durch Dieter Wellershoff 1963 folgend, bemerkt Lentz, dass dem Autor hier oft noch der Gegenstand seines Absetzungsfurors fehlt, während mitunter ein Ton der Frühvergreisung zu hören ist und mit gutbürgerlicher Bildung gewuchert wird, gegen die doch rebelliert werden will. Einzig die rondoartige Litaneitechnik Brinkmanns erscheint Lentz in diesen Texten bereits meisterlich umgesetzt und nach wie vor berauschend.
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