Die Cultural Studies, die im englischsprachigen Raum seit den frühen 60er Jahren existieren, erlangen nun auch im deutschen Sprachraum immer grösseren Stellenwert. Lindners Werk zieht Bilanz, schafft einen Überblick über Vergangenes und betrachtet die Auswirkungen bis heute. Dabei werden die Cultural Studies selbst zum Gegenstand der Kulturanalyse. Einbezogen wird das gesamte kulturelle Feld - vom Film über die Literatur bis zur Popkultur.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.04.2001
Christiane Zintzen begrüßt erfreut die ersten drei Bände der Reihe kulturwissenschaftlicher Schriften des Wiener Universitätsverlags, widmet sich den einzelnen Büchern aber nur kurz. 1.) Rolf Lindner: "Die Stunde der Cultural Studies" Diese Darstellung der britischen Cultural Studies findet die Rezensentin sehr "erfrischend". Sie lobt sie als "praktikabel Einführung" in die angloamerikanische Kulturwissenschaft, zugleich hebt sie anerkennend hervor, dass der Autor eine "Fülle von Problemstellungen" reflektiert, die nicht zuletzt auch die soziologischen Voraussetzungen für die Vorlieben bestimmter Forschungsrichtungen untersucht. 2.) David Frisby (Hrsg.): "Georg Simmel in Wien" Auch dieser Sammelband, der in Wien publizierte Aufsätze Georg Simmels präsentiert, erhält die Zustimmung der Rezensentin. Sie findet die Texte alle "lesenswert" und lobt den Band als "umfassendes Porträt" des Berliner Philosophen und Soziologen. Nur erstaunt es sie, dass Simmel in seinen Texten nie auf Wien als Publikationsort eingeht. 3.) Inka Mülder-Bach (Hrsg.): "Modernität und Trauma" Diesen Sammelband, der psychologische, künstlerische, philosophische und politische Reaktionen auf das Kriegstrauma untersucht, preist die Rezensentin als "denkwürdig". Man findet dort Schriften zu Fragen wie: Waren all die "zitternden, stammelnden" Kriegsheimkehrer wirklich krank oder waren es "Simulanten", die sich eine Rente erschleichen wollten? Ohne im Einzelnen näher auf die Aufsätze einzugehen, verteilt Zintzen Lob an die Autoren: "exzellent" findet sie Eva Horns Aufsatz zum Kriegsroman, "verblüffend" Thomas Machos Text zu Ludwig Wittgensteins Philosophie. Für eine Begründung hatte sie wohl keinen Platz mehr.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Karl Ove Knausgard: Arendal Aus dem Norwegischen von Paul Berf. Wo ist dein Platz im Leben? Wohin gehörst du? Wo liegen deine wahren Gefühle?Wir schreiben das Jahr 1976. Syvert Løyning ist nach einer…