Romain Gary

Frühes Versprechen

Roman
Cover: Frühes Versprechen
SchirmerGraf Verlag, München 2008
ISBN 9783865550491
Gebunden, 415 Seiten, 22,80 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Gio Waeckerlin Induni. Einer der berühmtesten Romane Romain Garys in neuer Übersetzung. Die Lebensgeschichte seiner Mutter, der russisch-jüdischen Schauspielerin Nina Kacew, die sich und ihren Sohn auf geniale Weise immer wieder eine neue Existenz erfand, wird hier zu seiner eigenen: denn um der Liebe seiner Mutter zu genügen, machte er all das wahr, was sie ihm tollkühn prophezeite.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.10.2008

Eine Wiederentdeckung, die sich lohnt, meint Alexandra Kedves angesichts dieser Ausgabe von Romain Garys Autobiografie "Frühes Versprechen". Kedves folgt der sagenhaften Geschichte des Autors von seinen bescheidenen Anfängen in Wilna bis zu seinem Tod als gefeierter Literat und  Jean Seebergs Exmann. Dass Garys Mutter, die den Erfolg des Sohnes früh prophezeite, in diesem Leben eine tragende Rolle spielte, da ist sich Kedves nach der Lektüre sicher. Ebenso, dass sich über den Mutter-Sohn-Komplex kaum unterhaltsamer, weil komplexfrei verfasst, lesen lässt. Kedves bewundert Gary für seine Leichtigkeit und Selbstironie, sein anekdotisches Talent. Das Buch mit seinem "Sinn fürs Sentiment" kann sie sogar als Muttertagsmitbringsel empfehlen. Als literarische wie historische Rückschau erscheint ihr der Band nicht minder tauglich.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.06.2008

Rezensent Hans-Peter Kunisch hat mit großer Freude diesen autobiografischen Roman des zweifachen Goncourt-Preisträgers Romain Gary gelesen und nutzt noch einmal die Gelegenheit, um über den Selbstmord des Autors 1980 zu spekulieren und in seinem Werk nach Anhaltspunkten für die vermeintlich überraschende Tat zu suchen (die laut Gary selbst nichts mit dem Selbstmord seiner Ex-Frau Jean Seberg zu tun habe). Wenn Gary sein eigenes Leben erzählt, scheut er sich nicht davor, den "Ich-Erzähler" immer als "den Dummen" dastehen zu lassen. Glänzend erzählt sei das, findet Kunisch, der "enormes Lesevergnügen" melden kann, nicht zuletzt aufgrund der "humorvoll-sarkastischen Stellen mit doppeltem Boden". Zudem erzählt Gary seine eigene Geschichte nah an der Wahrheit - das habe der Kritiker François Bondy bestätigen können, mit dem Gary schon zur Schule gegangen war.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.06.2008

Angetan zeigt sich Rezensent Thomas Laux von Romain Garys (1914-1980) autobiografisch gefärbtem Roman "Frühes Versprechen". Ausführlich berichtet er über das Leben dieses Schriftstellers, den er als eine der "schillerndsten Figuren" der Literatur des 20. Jahrhunderts charakterisiert, als eine "Art schriftstellerisches Chamäleon". Besonders geht er auf die enge Bindung ein, die Gary zu seiner Mutter hatte, deren Wunschprognosen im Blick auf ihren Sohn sich allesamt erfüllten: er wurde Pilot mit Ehrenkreuz, französischer Diplomat, bedeutender Schriftsteller. Dabei hebt er hervor, dass Gary von dieser "seltsamen Symbiose" mit "dezenter Selbstironie" erzähle. Insgesamt hat ihm das Buch bestens gefallen und so lobt er es als "kurzweilig, schön geschrieben, sauber übersetzt, eher wahrhaftig als wahr".

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