Piper Verlag, München 2026
ISBN
9783492074070 Gebunden, 416 Seiten, 25,00
EUR
Klappentext
Die Fußball-WM fand in Deutschland statt, Millionen Menschen aus der ganzen Welt waren zu Gast, und eine Leichtigkeit, wie sie nur ein Sommer hervorbringen kann, erfasste das Land. Die Deutschen, die zuvor Hemmungen im Umgang mit Nationalsymbolen gezeigt hatten, malten sich die Nationalfarben auf die Wangen, Immigranten schwenkten zum ersten Mal im Leben die deutsche Fahne, und internationale Umfragen erklärten Deutschland zum coolsten Land der Welt. 2025 leben wir in einem anderen Land. Ronald Reng schildert die Zeit der Leichtigkeit und fragt, ob so ein Hochgefühl heute noch möglich ist.
Atemlos liest Rezensent Moritz Müller-Wirth Roland Rengs Buch über den deutschen Sommer. Gemeint ist der Sommer im Jahr 2006, als Deutschland als Gastgeber eine Fußball-Weltmeisterschaft ausrichtete, dabei mit dem eigenen Team ziemlich gut abschnitt und eine allgemein als entspannt wahrgenommene nationale Euphorie auslöste. Um dieses Phänomen in den Blick zu bekommen, lässt Reng eine Reihe von Figuren auftreten, darunter den Fußballer Thomas Hitzlsperger, den Filmemacher Sönke Wortmann, den Bundestrainer Jürgen Klinsmann, aber auch Politiker und Musiker. Besonders wichtig ist Kanzlerin Angela Merkel, deren erfolgreiche Kanzlerschaft Reng in eine Beziehung setzt zur Erneuerung des deutschen Fußball durch Klinsmanns amerikanische Methoden. Besonders gut gefällt Müller-Wirth die rasante Rekonstruktion des WM-Turniers selbst, wobei Reng letzten Endes freilich eher ein Buch über die deutsche Gesellschaft als eines über Fußball geschrieben hat. Der Rezensent hat dagegen nicht das Geringste einzuwenden.
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