Wenn in Deutschland zwei Menschen eine spannende Bilanz ziehen können, dann sind das Stefan Aust und Alexander Kluge. Der Journalist und der Filmemacher kennen sich seit über 40 Jahren, seit der Zusammenarbeit am Film "Der Kandidat". Von da an entstanden und entstehen immer wieder neue Unternehmungen, anregende Gespräche und tiefgründige Analysen. In ihrem neuesten gemeinsamen Projekt gewähren Aust und Kluge Einblick in ihre Werkstätten. Von der Vergangenheit bis in die Zukunft, von bewältigten Krisen zu aktuellen Herausforderungen wird hier ein Debattenbeitrag geboten, der zum Denken anregt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.11.2023
Angeregt arbeitet sich Rezensent Oliver Jungen durch den kunterbunten und wohl nicht allzu strikt strukturierten Gesprächsband von Alexander Kluge und Stefan Aust. Kluge insbesonders, führt Jungen aus, ist seit Jahrzehnten als eigensinniger Denker bekannt, der nicht davor zurückscheut, Alltagsgewissheiten radikal zu hinterfragen, in diesem Fall etwa in einer Auseinandersetzung mit Richard Sennetts These von der "Tyrannei der Intimität". In erster Linie allerdings, lernen wir, dreht sich das Gespräch der beiden um die gemeinsamen Fernsehprojekte, die sie seit den 1980er Jahren mit ihren Marken dctp, Spiegel TV und diversen Nachfolgeformaten betreiben. Manche Details sind da eher für Spezialisten von Interesse, meint Jungen, der außerdem anmerkt, dass Aust seinem Hang zur Selbstbeweihräucherung nicht selten nachgibt. Nicht zuletzt kommen Positionen zum Klimawandel (Aust) und zum Ukrainekrieg (Kluge) zur Sprache, die man keineswegs teilen muss, so der Rezensent. Dennoch ist das Gespräch lesenswert, findet Jungen, insbesondere weil die Gesprächspartner sich oft verfehlen und gerade daraus Interessantes entsteht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.09.2023
"Zwei Medienveteranen" sind zusammengekommen, um über die gegenwärtige (mediale) Öffentlichkeit zu sprechen: Alexander Kluge und Stefan Aust unterhalten sich über die Folgen der RAF, über von ihnen initiierte TV-Plattformen und -Sendungen und der Vermittlerrolle der Medien, freut sich Rezensent Alexander Menden, der den beiden gerne beim Denken über die Schulter schaut. Das Buch ist dabei nicht ein durchgängiges Gespräch, sondern vielmehr eine Collage aus Elementen, die manchmal etwas wild zusammengesetzt wirkt, und nicht immer mag Menden den selbstgewissen Überzeugungen der Gesprächspartner zustimmen. Doch wird es ihm auch nicht langweilig bei der Lektüre, versichert er.
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