Beim Zwergenweitwurf kann man gegen Bezahlung kleinwüchsige Menschen auf eine Matte werfen. Ein klarer Verstoß gegen die Menschenwürde, befanden die Behörden. Doch dagegen klagten die Kleinwüchsigen, denn es war ihr Lebensunterhalt. Hatten sie recht? Heute ist das Spiel in den meisten Ländern verboten, aber in Australien und Kanada gibt es sogar Meisterschaften. Angelika Nußberger zeigt an wahren Gerichtsfällen, was Menschenwürde, Religions- und Meinungsfreiheit, das Recht auf Leben und Gleichbehandlung oder der Schutz des Privatlebens und der Umwelt bedeuten - und warum immer wieder neu über die Menschenrechte verhandelt werden muss. Denn in den scheinbar kleinen Fällen geht es immer auch um die großen Fragen unserer Zeit, um Gleichberechtigung, Klimaschutz, Krieg und Frieden, Toleranz, Solidarität und das Leben in einer unsicheren Welt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.02.2026
Nur wärmstens empfehlen kann Rezensentin Alexandra Kemmerer dieses Bilderbuch über Menschenrechte, illustriert von Rotraut Susanne Berner und verfasst von Angelika Nußberger, von 2017 bis 2019 Vizepräsidentin am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Nicht als "Fortschrittsgeschichte" wird die Geschichte der Menschenrechte hier erzählt, sondern als "offener Prozess politischer Aushandlung", deren Dispositionen sich immer wieder ändern, erklärt die Kritikerin. Viele der Fälle, die hier "prägnant" vorgestellt werden, hat die Richterin selbst mitentschieden, so zum Beispiel den der Jurastudentin, die erfolglos gegen das französische Burkaverbot klagte oder die Klage der Nachkommen von Opfern des Massakers von Katyn, die von Russland die Namen der Mörder haben wollten. Subtil, niemals selbstgerecht und klug sind die Ausführungen Nußbergers, versichert die Kritikerin. Als Inspiration für junge Menschen, um über grundsätzliche Fragen differenziert zu diskutieren, ist dieses Buch also in jedem Fall zu empfehlen, die "fantasievollen" Illustrationen tun ihr Übriges.
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