Herausgegeben von: Gerhard Schuster, Patrick Baumann. Rudolf Borchardt, ein Meister der Anthologie, lässt in dieser Zusammenstellung die große Tradition des europäischen Gelehrtenlobs wieder aufleben. Wichtige Repräsentanten der deutschen Universitätskultur des 19. Jahrhunderts erinnern in 22 Reden an zeitgenössische Forscher und ihre Verdienste, sie rühmen die epochemachende Lebensleistung von Archäologen, Philosophen, Theologen, Astronomen, Geografen, Sprachwissenschaftlern und Historikern - von Herder und Schleiermacher über Rosenkranz, Jacob Grimm und die beiden Humboldts bis zu Gervinus, Mommsen, Moltke, Friedrich Leo oder Harnack.Der 1925 von der Bremer Presse gestaltete Band wird in all seiner typografischen Schönheit erstmals nachgedruckt; ein editorischer Anhang versammelt Dokumente zu Entstehung und Rezeption.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.04.2022
Rezensent Gustav Seibt scheint tief gerührt von Rudolf Borchardts Anthologie von 1925 als Teil der kommentierten Sämtlichen Werke Borchardts. Den Rezensenten versetzen die akademischen Ansprachen, Gedenkreden und Nachrufe in eine Zeit, als Wissenschaftler noch ihre Vorläufer rühmten und so Zusammenhang stifteten. Auch wer nie von Friedrich Leo, Karl Lachmann oder den anderen so gerühmten gehört hat, begreift intuitiv, worum es geht, versichert der Rezensent: Pietät und Bildungsgeschichte. Seibt sieht Borchardt hier in einer Linie mit Benjamins Briefsammlung "Deutsche Menschen". Gerhard Schusters forschender Kommentar macht die teils faksimilierten Texte für Seibt erst zum veritablen "Leseabenteuer" und Wissensfüllhorn.
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