Herausgegeben von Matthias Dreher und Klaus W. Mueller. Rudolf Bultmann hielt das Rezensieren für einen unverzichtbaren Bestandteil akademischer Arbeit und verfasste zwischen 1908 und 1969 über 250 Rezensionen und Forschungsberichte. Mit der hier vorliegenden Auswahl wollen die Herausgeber alle Aspekte der wissenschaftlichen Arbeit Bultmanns abdecken: Seine theologische Entwicklung, seine Prägung und seine Ablösung von seinen Lehrern, seine Auseinandersetzung mit bedeutenden Theologen seiner Zeit - all das soll ebenso zur Geltung kommen, wie sein sich weit in Altphilologie und Philosophie entfaltendes Forschungsgebiet. Dabei fällt das Hauptgewicht auf Formgeschichte, Religionsgeschichte, Jesus und die Urgemeinde, Paulus und Johannes. Ein umfangreiches Register hilft, den Gesamtbestand der Rezensionen erschließen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.04.2002
Mit 23 Jahren schon arbeitete Rudolf Bultmann als Rezensent "neutestamentlicher Neuerscheinungen" für die "Christliche Welt", mehr als 250 Buchbesprechungen und Forschungsberichte hat er im Laufe seines Lebens verfasst, 97 davon versammelt dieser Band. Zunächst stellt Friedrich Wilhelm Graf schlicht und ergreifend fest: "Die Auswahl überzeugt", ja, die Sammlung findet er "wunderschön". Die Texte scheinen ihm aus mehr als einem Grund lesenswert: zum einen lassen sich hier die diskursiven Kontexte von Bultmanns eigenem Werk nachvollziehen, zum anderen sind die Rezensionen, so Graf, in "glänzender Wissenschaftsprosa" geschrieben, fair im Umgang und stets so genau wie "luzide". Plakative Gegenentwürfe zum theologischen Historismus lehnte Bultmann ebenso ab wie Versuche, das Johannesevangelium der Nazi-Ideologie anzunähern - allem vermeintlichen Naturrecht hält er die "Autonomie des Individuums" entgegen. Das schön formulierte Fazit des Rezensenten: Bultmann hat es fertig gebracht, "selbst zu langweiligen Büchern geisteserotisch spannende Rezensionen zu schreiben".
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