Cramers Leben und Wirken wird erstmals in einer an den Quellen orientierten Untersuchung dargestellt. Dabei rücken auch Freunde und Weggefährten Cramers ins Blickfeld: Die Bach-Söhne Carl Philipp Emanuel und Wilhelm Friedemann, Jens Baggesen, Matthias Claudius, Goethe, Klopstock, Gleim, Salieri und die Bundesbrüder des Göttinger Hain.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.01.2006
Steffen Martus macht neugierig auf einen genialischen Exzentriker, der nur deshalb kaum bekannt sei, weil der Biedermann Goethe ihn mit Leidenschaft bekämpft habe. Politisch sei Carl Friedrich Cramer nämlich, referiert der Rezensent, ein begeisterter Anhänger der französischen Revolution gewesen, und kulturell ein so radikaler wie umtriebiger Kritiker und Editor. Cramer sei ein nahezu fanatischer Fan von Klopstock gewesen. Als Professor in Kiel habe er die ersten Vorlesungen über diesen Autor gehalten, hundert Jahre, hebt der Rezensent hervor, bevor Klopstock in der deutschen Universität auch nur erwähnt werden durfte. Dieses Faible sei insofern charakteristisch die "Kauzigkeit" von Cramer, der immer immer hochmodernistisch gedacht und vor allem über die Medien gehandelt habe. Seine nonkonformistischen politischen Stellungnahmen, referiert der Rezensent, hätten Cramer die Professur gekostet und nach Paris ins Exil getrieben. Aber selbst dort und in turbulenten Zeiten habe Cramer noch Schlagzeilen machen können, wenn er beispielsweise eine illustre Revolutionsparty für Revolutionäre und Aristokraten organisierte und dazu ein Stück Mauerstein aus der Bastille als Dessert auf den Tisch gelegt habe. Die Beiträge des Sammelbandes, so der Rezensent, würden kein "abgestimmtes Bild" Cramers zeichnen, doch bedeute das keine Beeinträchtigung des Bandes, der überdies mit einer Teilbibliografie zum Werk und einer Nachlassbeschreibung "vorbildlich" ausgestattet sei.
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