Das Ende des Kalten Krieges und der Ausbruch der Jugoslawienkriege stellten eine Phase grundlegenden Umbruchs in Südosteuropa dar. Die 1990er Jahre führten aber nicht nur im vormals staatssozialistischen östlichen Europa zu vielfältigen Neuorientierungen, sondern auch beim NATO- und EG-Mitglied Griechenland. Als eine signifikante Erscheinung dieser Prozesse lässt sich die griechisch-serbische Freundschaft bezeichnen. Die im öffentlichen Diskurs verbreitete Berufung auf die "traditionell guten Beziehungen" und die "Schicksalsgemeinschaft" von Serben und Griechen wurde dabei vor allem mit der Glaubensbrüderschaft in der Orthodoxie und der Waffenbrüderschaft in verschiedenen Kriegen begründet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.05.2021
Rezensent Michael Martens kann sich in dem Buch der Historikerin Ruza Fotiadis "exzellent" über griechisch-serbische Verhältnisse informieren. So komplex die Beziehungen der beiden Staaten waren, so klug analysiert die Autorin laut Martens ihre Entwicklung - von der Allianz gegen das Osmanische Reich über den Konflikt um Makedonien bis zur Teilnahme griechischer Soldaten am Massaker von Srebrenica. Auch wenn Martens die ein oder andere Tatsache vermisst im Band, etwa die Deckung der serbischen Vertreibungspolitik durch Präsident François Mitterrand und Premier John Major, das thematisierte Beziehungsgeflecht scheint ihm nach der Lektüre besser verständlich.
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