Sabine Poeschel

Alexander Maximus

Das Bildprogramm des Appartamento Borgia im Vatikan
Cover: Alexander Maximus
VDG Verlag, Weimar 1999
ISBN 9783897390171
gebunden, 294 Seiten, 96,63 EUR

Klappentext

Mit 191 Abbildungen, davon 4 farbig. Der Pontifikat Alexanders VI. bildet einen Höhepunkt päpstlicher Autorität in der für das Papsttum krisenhaften Epoche der Renaissance. Die Pontifices fanden in der Kunst ein Mittel zum Ausdruck eines repräsentativen Herrschaftsanspruchs auf die geistliche und weltliche Macht. Die Ausstattung des Appartamento Borgia stand im Zusammenhang dieser Entwicklung und erfüllte ein noch offenstehendes Bedürfnis für die Einrichtung des Apostolischen Palastes. Das Bildprogramm des Appartamento Borgia erstreckt sich in fünf Räumen über sechsundachtzig Bildfelder, davon vierundvierzig großformatige Lünetten mit lebensgroßen Figuren, die Bernardino Pinturicchio und seine Werkstatt in den Jahren 1493 bis 1495 malten. Dargestellt sind Szenen des Alten und Neuen Testaments sowie aus den Viten frühchristlicher Heiliger, Allegorien der Freien Künste, Propheten und Sibyllen, ferner der Isis-Osiris-Mythos und die Planetengötter. Insgesamt übertrifft das Programm an Themenvielfalt die Sixtinische Kapelle. Es gibt das Buch auch als CD-Rom, ISBN 3-89739-043-4, unverbindliche Preisempfehlung: 110DM.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 20.05.2000

Das Buch sei eine Art Wiedergutmachung des umstrittenen Papstes Alexander VI , so Rezensentin Gabriele Hoffmann. Zwar handle es vom Freskenzyklus in den Privatgemächern des Borgia-Papstes, doch gehe es Autorin Poeschel weniger um die künstlerische Seite der Fresken, sondern mehr um die Intentionen des Auftraggebers - Alexander VI. Poeschel analysiere thematisch "Das Bildprogramm des Appartamento Borgia im Vatikan", um daraus "das kirchenpolitische Gesamtprogramm" zu erschließen. Dabei berufe sich die Autorin auf Traktate des 15.Jahrhunderts, in denen die Machtansprüche des Papstes zum Vorschein kämen. Drei Hauptziele sind erkennbar, referiert die Rezensentin: "Die Einigung des Kirchenstaates", "die Stärkung der päpstlichen Macht" und das Errichten "eines eigenen christlichen Friedensreichs". Entsprechen die Fresken tatsächlich diesen "Idealvorstellungen päpstlicher Macht"? Das sei die Leitfrage bei der Deutung der Wandmalerei in den fünf Sälen des Borgia-Appartments. Eine "fesselnde" Untersuchung, so Hoffmann, zwar kirchenpolitisch unbequem, aber bereichernd für die Liebhaber der Kunstgeschichte und des Quattrocento.

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