Carl Hanser Verlag, München 2026
ISBN
9783446284746 Gebunden, 352 Seiten, 26,00
EUR
Klappentext
Aus dem Niederländischen vpn Stefanie Ochel. "Oroppa" ist der europäische Roman der Stunde: Salomé Abergel, eine jüdisch-marokkanische Künstlerin und ehemalige politische Dissidentin, verschwindet überraschend auf dem Höhepunkt ihres Ruhms. Ein loser Kreis von Außenseitern mit ganz unterschiedlichen Migrationsgeschichten begibt sich auf ihre mysteriöse Spur. Von Salomés verlassenem Haus in Amsterdam führen die Wege nach Paris, Tunis, Casablanca - und tief ins Herz der eigenen Sehnsüchte.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 27.02.2026
Rezensent Maximilian Mengeringhaus liest mit "Oroppa" einen durchaus achtbaren Debütroman. Den ganzen Medienwirbel um das Buch und seine Autorin kann er jedoch nicht nachvollziehen. Die niederländische Autorin el Khanoussi erzählt darin vom Verschwinden der renommierten Künstlerin Salma und einer anschließenden Spurensuche, welche die Zurückgelassenen in die "Gewaltgeschichte Nordafrikas" führt und den Blick freilegt auf ein ganz anderes Europa, als das ihnen vertraute, Europa aus postkolonialer Perspektive. Statt jedoch bis auf die tieferen Schichten des Verhältnisses zwischen den Kontinenten durchzudringen, schweift dieser Blick lediglich an der Oberfläche, stellt Mengeringhaus fest. So handelt es sich im Grunde genommen bei diesem Roman um einen ziemlich herkömmlich erzählten "Spürnasenplot", der immer wieder tief in die Klischee-Kiste greift und sämtliche Genrekonventionen bedient, einschließlich Tagebuchfiktion, unzuverlässiger Erzählerin, und einem sinistren Stadtteil voll angemessen "schräger Vögel" . Wirklich stark findet der Rezensent nur den zweiten Teil des Buches, indem el Khanoussi sich dem Folterknecht Yousef zuwendet. Die Nüchternheit, mit der el Khanoussi hier erzählt, tut dem Text gut, wird jedoch leider in den übrigen drei Teilen nicht durchgehalten, so der abwägende Rezensent.
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