In der sozialwissenschaftlichen Antisemitismusforschung wird national wie international das Fehlen einer Studie beklagt, die theoretische und empirische Erkenntnisse miteinander verbindet. Die theoretischen Arbeiten nutzen empirische Studien oft allenfalls selektiv zur Stützung ihrer Hypothesen. Empirische Studien wiederum verzichten meist völlig auf theoretische Erkenntnisse. Samuel Salzborn liefert nun eine empirisch grundierte Theorie über die individuellen wie kollektiven Entstehungsursachen des Antisemitismus, seine argumentativen Strukturen sowie die sozialen Kontext- und Entwicklungsbedingungen. Dazu untersucht er politikwissenschaftliche, soziologische und psychologische Arbeiten über Antisemitismus und überprüft diese anhand empirischer Analysen. Er schließt damit eine wesentliche Lücke der sozialwissenschaftlichen Antisemitismusforschung.
Allen, die sich mit Antisemitismustheorien befassen, legt Rezensent Sebastian Voigt diese Habilitationsschrift des Gießener Politikwissenschaftlers Samuel Salzborn ans Herz. Dieser untersucht auf der Basis der These, dass Antisemitismus eine negative Leitidee der bürgerlichen Gesellschaft in der Moderne ist, das Ressentiment gegen Juden, das im Nationalsozialismus nach Auschwitz führte und als Stimmung in der Gesellschaft bis heute virulent ist. Salzborn verknüpfe wissenschaftliche Theorie mit sozialwissenschaftlicher Empirie und forsche auch im Feld nichtakademischer Auseinandersetzung. Ein bisschen bedauert der Kritiker, dass das Buch sich nicht mit Antisemitismustheorien vor der NS-Zeit befasst, auf denen die im Buch diskutierten Theorien beruhen. Die Schrift hätte damit für ihn auch die Genese der Antisemitismustheorien erfasst.
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