Joseph Süß Oppenheimer (1698-1738), von seinen Gegnern bereits zu Lebzeiten mit dem verunglimpfenden Namen "Jud Süß" bedacht, ist eine der bekanntesten Figuren der deutschjüdischen Geschichte. In diesem Band wird einerseits die Biografie des Württembergischen Hoffaktors dargestellt, andererseits die Wirkungsgeschichte der Figur "Jud Süß" in Literatur und Film vom 18. bis ins 20. Jahrhundert. Lion Feuchtwangers Roman Jud Süß (1925) und Veit Harlans Film von 1940 sind die prominentesten Beispiele dieser problematischen Deutungsgeschichte; sie ist mit der Geschichte des Antisemitismus und der Stellung der Juden in der deutschen Gesellschaft vielfach verknüpft.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.08.2006
Dass dieser von Jörg Schönert und Alexandra Przyrembel herausgegebene Sammelband Veit Harlans "Jud Süß" Film als Zeichen und Katalysator der antisemitischen Stimmung im Deutschland des Zweiten Weltkriegs untersucht, findet Ludger Heid sehr angebracht. Die Bedeutung dieses publikumsträchtigsten Films des Dritten Reichs für die Antisemitisforschung sei nämlich bisher noch nicht hinreichend beleuchtet worden. Das ändert sich mit diesem Band, und die Herausgeber Jörg Schönert und Alexandra Przyrembel haben ihre Aufgabe seiner Meinung nach anstandslos gelöst. Für Heid sind die 20 Millionen Zuschauer des Films ein Zeichen dafür, dass in der deutschen Bevölkerung schon 1940 starke antisemitische Strömungen zu verzeichnen waren.
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