Özlem Topçu und Richard C. Schneider sind neben vielen Dingen auch zwei Deutsche - das ist für viele immer noch nicht selbstverständlich. In ihrem Buch blicken sie ein Jahr lang auf das Land, seine Debatten und den Umgang mit dem "Anderen", mal irritiert, mal überrascht, oft wütend. Es ist nicht nur die Sicht zweier Journalist*innen, die am Diskurs über das Verhältnis zwischen Mehrheitsgesellschaft und Minderheiten teilnehmen, sondern die zweier Freund*innen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.03.2022
Rezensentin Aurelie von Blazekovic weiß nach diesem Briefwechsel zwischen zwei prominenten Journalisten, dass es für ein besseres Zusammenleben im Land Interesse und Wertschätzung bräuchte. Das sei nicht wenig, aber eigentlich auch nicht zu viel verlangt. Wenn Richard Schneider von seiner hundertjährigen Mutter erzählt, die im Alter von Demenz und ihren Holocausterfahrungen heimgesucht wird, wenn er den Antisemitismus der allseits gefeierten Serie "Unorthodox" brandmarkt oder wenn Özlem Topçu von ihrem Stolz über das Mainzer Forscherpaar Özlem Türeci und Uğur Şahin bekennt, dann spürt die Kritikerin, wie viel "Unrecht, Vergessen und Dummheit" es noch immer in Deutschland gibt. Die Bitterkeit in diesem Briefwechsel versteht sie.
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