Aus dem Spanischen von Peter Kultzen. Lisandro Vega, genannt Eisejuaz, hat im Sägewerk gearbeitet, in einer Hotelküche, als Aufseher in einer Mission. Doch überallhin verfolgt ihn die Stimme des Herrn, die zu ihm spricht und ihn an seine Berufung gemahnt. So schultert er schließlich sein Schicksal - und auch Paqui, einen lahmen Weißen, den er füttert und pflegt und der ihn dennoch aufs Schändlichste verraten wird.
Sara Gallardos Roman gehört zu den außergewöhnlichsten und geheimnisvollsten Büchern der lateinamerikanischen Literatur. Nie zuvor hatte es ein Autor gewagt, einen Roman vollständig aus der Perspektive eines indianischen Protagonisten zu schreiben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 02.02.2017
Mit einem "Blick durch ein ständig drehendes Kaleidoskop" vergleicht Rezensent Eberhard Geisler sein Lektüreerlebnis mit Sara Gallardos wiederentdecktem und neu übersetztem Roman "Eisejuaz". In der Welt, die Gallardo beschreibt, gibt es keine stehenden Fundamente mehr, keine festen Perspektiven, die menschliche Urteilskraft ist ihres Herrschaftsanspruches beraubt, was auch die Erfahrung und das Streben nach Transzendenz betrifft, und hierin liegt die Kraft dieses erschütternden Romans, stellt Geisler bewundernd fest. Die Handlung genügt dabei zwar allen Ansprüchen eines spannenden Plots, doch tritt sie hinter dem eigentlich Bedeutenden dieses Buches zurück, erläutert der Rezensent. Nicht unterschätzen sollte man darüber hinaus das unheimliche Einfühlungsvermögen, mit dem die aus einer großbürgerlichen Familie in Argentinien stammende Autorin sich in das tiefste soziale Elend hineinversetzt und authentisch erzählt, staunt Geisler.
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