Mit Abbildungen. Alternatives Kunstleben in Paris jenseits der absolutistischen Kulturpolitik.Die Pariser Académie royale de peinture et de sculpture war ein zentraler Pfeiler der absolutistischen Kulturpolitik des Ancien Régime. Sie stellte die repräsentative Macht der Kunst in den Dienst der Krone. Bestimmte Gruppen wie etwa Künstlerinnen waren von der staatlichen Kunstförderung und den offiziellen Salons weitgehend ausgeschlossen und damit praktisch zur Unsichtbarkeit verdammt.Diese Studie widmet sich als erste umfassend den Außenseitern des absolutistischen Kunstsystems und ihrer Suche nach öffentlicher Anerkennung. In den Jahrzehnten vor der Revolution entstanden in Paris mehrere alternative Ausstellungsorte, die Schauplätze lebendiger Auseinandersetzungen über die Freiheit der Kunst, über Geschlechterbilder und Kunstgeschmack waren.In dieser Analyse des umkämpften Kunstlebens jenseits der Académie royale erscheint das absolutistische Paris weniger als gleichgeschalteter Kunstkosmos denn als innovatives Spannungsfeld, in dem bereits zahlreiche Formen der Kunstpräsentation erprobt wurden, die gemeinhin als "Erfindungen" des 19. Jahrhunderts gelten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.10.2021
Rezensent Werner Busch lobt Sarah Salomons aus einer Dissertation hervorgegangenes Buch als Ergebnis langjähriger Quellenforschung. Thematisch nimmt sich die Autorin laut Busch einem bisher unerforschten Gebiet an, indem sie differenziert zeigt, wie sich Künstlerinnen und Künstler im Frankreich der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts abseits der höfischen Akademie organisierten. Salomon untersucht laut Busch sowohl den Aufstieg "niederer" Gattungen wie auch die Entwicklung der Kunst zu einem Teil der Unterhaltungsindustrie und die Etablierung neuer Ausstellungsmöglichkeiten und Akademien. Wie sich die neuen Rahmenbedingungen konkret in den Werken niederschlugen, erfährt Busch hier allerdings nicht.
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