Unter den Bedingungen einer Diktatur oder eines autoritären Regimes bildet sich ein
spezifischer Sprachgebrauch heraus, in dem Machtverhältnisse gestützt, subversiv entlarvt, unterwandert oder offensiv kritisiert werden. Aufschlussreich ist dabei nicht nur, was, wann, wie, von wem, in welchem öffentlichen oder privaten Raum gesagt wird,
sondern auch die Art und Weise, wie etwas nicht gesagt und wann, worüber und wie
geschwiegen wird.
Der vorliegende Band untersucht den spezifischen Sprachgebrauch in und nach der
Diktatur bzw. in und nach autoritären Regimen in einer deutsch-arabischen Perspektive
und ist das Ergebnis einer dreijährigen interdisziplinären Zusammenarbeit deutscher
und nord-afrikanischer Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen. Mit den gesellschaftlichen Transformationsprozessen, die viele arabische Länder begonnen und wenige fortgesetzt haben, ist die Thematik hochaktuell.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.11.2018
Rezensent Burkhard Liebsch fühlt sich wachgerüttelt von dem von Sarhan Dhouib herausgegebenen Band. Die Beiträger im Buch werben laut Liebsch für mehr Verständnis für arabische Lebensumstände, aber hinterfragen auch das politische Selbstverständnis im Westen. Wie bedeutsam die freie Rede ist, daran erinnern Liebsch die Texte im Band, die Vergleiche politischer Repression, etwa in der DDR und im Arabischen Frühling, oder auch die genau aufgezeigten Möglichkeiten widerständigen Sprechens weltweit. Ob Europa dazu bereit ist, für freie Rede zu bezahlen, diese Frage stellt sich der Rezensent am Ende der Lektüre.
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