Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.10.2003
Oliver Jahraus' umfangreiche Dissertation "Literatur als Medium" hat Alexander Honold nicht wirklich überzeugt. In seiner Besprechung, deren Abstraktionsniveau dem des besprochenen Buchs kaum nachstehen dürfte, hält er Jahraus vor, dass dessen Lust an Definitionen und deren Verkettungen nur bedingt auf den Leser übergreift - eine Vorwurf, den man auch dem Rezensenten machen könnte. Als Grundlage von Jahraus' Medienbegriff sieht Honold ein an Luhmanns Systemtheorie orientiertes Konzept von Kommunikation als soziale Systeme zusammenhaltendes Element, dem Phänomene wie Bewusstsein, Subjektivität und Intentionalität gegenüberstehen. Die Medien und insbesondere die Literatur bestimme Jahraus als Schnittstelle zwischen dem Sozialen und dem Individuellen, wobei die Medien sowohl durch den technischen Apparat, als auch durch die kommunikative Zeichenpraxis selbst bestimmt seien. Für Honold ein gewaltigen Unterschied. Denn, so doziert Honold, nur im zweiten Falle sei Literatur selbst "als Medium" konzipierbar, während sie in ersterer Perspektive als ein diskursiv und institutionell spezifiziertes Bündel von Sprachspielen erscheine, die sich zu ihrer Verbreitung bestimmter Trägermedien bedienten. Als "unentschieden" moniert er darum Jahraus' Konzept. Im übrigen kritisiert er die seltenen "Konkretisierungen" bei Jahraus, seine "umständlich geratenen systematischen ?Herleitungen'" sowie seine Tendenz zu tautologischen Definitionen.
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