Herausgegeben von Dietmar Loch und Wilhelm Heitmeyer. Die Beiträge gehen der Frage nach, inwieweit im Spannungsfeld zwischen globaler Integration und nationaler Identitätswahrung populistische Politikangebote und autoritäre Phänomene wiederaufleben oder an Einfluß gewinnen können.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.07.2001
Alle Autoren dieses Sammelbandes haben das gleiche Grundproblem erkannt, meint Marianne Kneuer: Der Nationalstaat hat wegen der ökonomischen Globalisierung und der politischen Kompetenzverlagerung auf supra- und internationale Institutionen an Bedeutung und Steuerungsmöglichkeiten verloren. Das wiederum bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Gesellschaft. Politikverdrossenheit, Rechtsradikalismus, Separatismus und Fundamentalismus sind mögliche Folgen dieses Prozesses, stimmt die Rezensentin den Thesen zu. Kneuer enthält sich aber einer Bewertung des Sammelbandes. Erfreut ist sie darüber, dass einige Autoren den Globalisierungsbegriff selbst kritisieren, etwa Michael Zürn, der anstatt des schwammigen Globalisierungsbegriffs "gesellschaftliche Denationalisierung" vorschlage, referiert Kneuer.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 07.05.2001
Mehr Kritik als Zustimmung übt Gottfried Oy an den im vorliegenden Band zusammengetragenen Vorträgen, die auf einer Tagung des Bielefelder Instituts für Konflikt- und Gewaltforschung gehalten wurden. Es geht um die Schattenseiten der Globalisierung, die die Autoren in Rechtsradikalismus, Rechtspopulismus und separatistischem Regionalismus verorten. Globalisierung werde von den Herausgebern ökonomisch, kulturell und politisch festgeschrieben, ohne dass sie überhaupt die schon länger diskutierte Frage erörtern, ob Globalisierung als Programm oder als Zustand zu verstehen sei, bemängelt Oy. Und so hat er auch Zweifel an den Schlüssen von Wilhelm Heitmeyer und Dietmar Loch. Er mutmaßt, dass diese Autoren griffiger und zeitgemäßer Formeln zuliebe theoretische Anstrengungen vermieden haben. Und besonders skandalös findet der Rezensent, dass einige Aufsätze rassistische Begründungszusammenhänge vertreten - etwa der von Detlef Oestereich, der von einem Asylbewerberproblem spricht. Das ist für den Rezensenten nicht nur Zeichen für ein nachlässiges Lektorat, sondern auch für die Theorieschwäche und Geschichtslosigkeit des Autors. Einzig die Ausführungen über den Rechtsruck der politischen Mitte von Peter Lösche und Ursula Birsl erscheinen dem Rezensenten interessant und wohl überdacht. Die Herausgeber hingegen sollten sich, rät Oy, weniger in sozialdemokratischer Sehnsucht nach dem "goldenen Zeitalter des Fordismus" üben, als vielmehr ihre plakativen Thesen besser überdenken.
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