Peter R. Neumann

Logik der Angst

Die rechtsextreme Gefahr und ihre Wurzeln
Cover: Logik der Angst
Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2023
ISBN 9783737101837
Gebunden, 208 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Die Mordserie des NSU (2000-2006), der Terroranschlag von Anders Breivik (2011), das Attentat in München (2016), das Massaker von Christchurch, der Mord an Walter Lübcke (2019), die Anschläge von Halle (2019) und Hanau (2020): Rechtsextreme Gewalt beschäftigt uns schon lange - und in den letzten Jahren besonders massiv. Mit Wahlerfolgen radikaler Parteien, wie zuletzt in Schweden und Italien, droht der Rechtsextremismus mehrheitsfähig zu werden; im Zuge sozialer Proteste könnten extreme Gruppierungen zu einer umfassenden Bewegung zusammenfinden.Peter R. Neumann, einer der weltweit profiliertesten Experten, zeigt, wie real diese Gefahr ist - und wo ihre tieferen, ideologischen Wurzeln liegen. Statt nur einzelne Gruppen zu beschreiben, legt er das Wesen, die Logik des Rechtsextremismus frei - ebendas, was all diese Gruppen verbindet, ob Alte oder Neue Rechte, Neorassisten oder Identitäre, Reichsbürger oder Verschwörungstheoretiker, AfD oder Rassemblement National. Anhand zahlreicher Beispiele, von der völkischen Bewegung im 19. Jahrhundert bis zum Populismus der Gegenwart, zeigt Neumann: Am Anfang steht nicht der Hass, sondern die Angst. Ein Psychogramm des Rechtsextremismus - das zugleich eine dringende Warnung ist.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.07.2024

Eine starke Analyse rechtsextremer Bewegungen legt Peter R. Neumann hier vor, urteilt Rezensentin Laura Gabler. Die zentrale These ist, lernen wir, dass die Rechte vor allem von der Angst lebt, und zwar von der Angst vor der Veränderung, die die vom Liberalismus geprägte Moderne mit sich bringt. In der Reaktion auf diese Moderne geht es der Rechten, fährt Gablers Rekonstruktion fort, nicht nur ums Bewahren alter Strukturen, vielmehr betont sie auch Werte wie Identität, die sich auf vermeintlich nicht änderbare Kategorien wie die Herkunft beziehen. Manche Rechte wählen eher das Mittel der Flucht, lernt Gabler von Neumann, und sei es in versponnene Verschwörungstheorien, andere suchen den offenen Kampf, wobei rechte Parteien, die an die Macht kommen, ihre Positionen meist nicht verwirklichen können. Nur wie man der rechten Gefahr begegnen könnte: darüber erfährt die von dem Buch gleichwohl angetane Rezensentin nicht allzu viel.
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