Aus dem Russischen von Margret Fieseler. Tjoma und die im neunten Monat schwangere Marina lieben sich, auch der Hochzeitstermin steht bereits fest. Doch nach einem Streit trennt sich das Paar. Durch einen bizarren Zufall gerät Marina an das Handy eines Auftragskillers und übernimmt gemeinsam mit ihrer Freundin Korea-Ho den ersten Auftrag. Dass sich das auserkorene Opfer in Marina verliebt, erleichtert den Auftrag der beiden Frauen keineswegs. Es kommt zu einer "Pulp Fiction"-artigen Odyssee durch das moderne Sankt Petersburg ...
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.04.2002
Das Leben der "Kinder der Perestroika", die sich im postkommunistischen Sankt Petersbrug "nach internationalem Standard" kräftig amüsieren, hat der 1960 geborene russische Designer und Drehbuchautor Sergei Bolmat mit seinem Romandebut ganz "authentisch" eingefangen, findet Dorothea Trottenberg. "Temporeich", "verworren", in kurzen Sequenzen und mit "schnellen Schnitten" führe Bolmat den Leser durch diese "Burleske" und karikiere die Petersburger Bohème, aber sein lockerer Umgang mit Trash und Klischees ermüde, warnt Trottenberg. Denn leider habe er die "Klaviatur der Postmoderne" ab und an zu heftig bedient, so dass am Ende kein "intelligentes Remake" stehe, sondern eine "verunglückte Sitcom", in der der Autor "hemmungs-, aber auch orientierungslos" durch russische Klassiker und amerikanische Filme switche, bedauert die Rezensentin. Es gebe zwar "Schlimmeres", räumt Trottenberg ein, aber trotzdem hat sie auch schon "Besseres" gelesen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.09.2001
Der Roman, der im Internet kapitelweise vorveröffentlicht wurde, hat in Russland für Aufsehen gesorgt. Ohne guten Grund, wenn man Rezensentin Schamma Schahadat glauben will. Denn der Versuch, Quentin Tarantinos "Pulp Fiction" wieder für die Literatur zurückzugewinnen, misslingt. Statt originell ist das Ganze, so Schahadat, "an vielen Stellen epigonal" geraten. Die Handlung sei verwickelt, dreht sich um Schutzgelderpressung und Killer, die Schutzgelderpresser abwehren sollen. Das alles passiere in einer "hyperrealen" Atmosphäre, sei "eher räumlich als linear" strukturiert: Aber diese Anbiederung an den Zeitgeist hat nach Meinung der Rezensentin den beträchtlichen Nachteil, dass sie einfach zu spät kommt. Ihr etwas böser Trost lautet jedoch: "Daran ist man in Russland gewöhnt".
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