Was verändert sich gerade, in Deutschland, in Europa, weltweit? Kann Literatur überhaupt etwas zur Erkenntnis der Gegenwart beitragen? Welche Rolle spielt die Vergangenheit dabei? Und sollte die Literatur wieder politischer werden? Olga Martynova reist ins heutige Jerusalem und zurück in die Sowjetunion der achtziger Jahre. Sie trifft Künstler und Intellektuelle in ihrer Heimatstadt St. Petersburg und auf der Krim, und immer wieder wirft sie die Frage auf, wie Literatur mit den Schrecken der Zeit und der Tragik des Lebens umgeht. Im Reisegepäck hat sie dabei Autoren wie Joseph Brodsky und Paul Celan, Ossip Mandelstam und Ovid.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.06.2018
Kerstin Holm liest die Essays von Olga Martynova mit Gewinn. Ob die Autorin über Dämonen in Helsinki und Petersburg schreibt, über das Leben Ossip Mandelstams oder ein Gedicht Joseph Brodskys - stets bekommt Holm Assoziationsreiches, manchmal Erratisches, oft Anregendes. Kochrezepte, Reisebeschreibungen und analytische Exkurse wechseln sich ab mit Kommentaren zur russischen Gesellschaft, zur Krim und ihren Landschaften und Menschen, meint Holm.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.04.2018
Natürlich ist es nicht das Buch, das einem Russland als Land, als Phänomen, als Gesellschaft zu Ende erklärt, meint Rezensentin Sonja Zekri, aber es finden sich doch Erkenntnisse in diesem Essayband, die in einem endgültigen Russland-Buch nicht fehlen dürften, meint sie. Martynova ist eine gute Beobachterin, so Zekri, wenn auch gelegentlich in ihrer Zerstreutheit etwas ermüdend. Aber auf andere, gibt die Rezensentin zu, kann das anregend wirken. Gut gefallen hat ihr besonders Martynovas souveräner Umgang mit Identitätsfragen: Die in Russland geborene, in Deutschland lebende Autorin besteht auch auf der Krim darauf, dass sie nur sich selbst vertrete.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.04.2018
Paul Jandl hält die Essays von Olga Martynova für hilfreich in der Debatte um das Eigene und das Fremde. Die Autorin, geboren in Sibirien, aufgewachsen u. a. in Leningrad, schließlich in Berlin gelandet, kann laut Jandl bestechend berichten aus der Gegenwart der Krim, über das Historische in den Schichten, das Knirschen der Kontinentalplatten, ohne jedoch einen Fluchtpunkt aufzuzeigen, eine einfache Antwort. Wie sie die Transversalen kultureller Identitäten lebendig sichtbar macht, scheint Jandl nachvollziehbar.
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