Aus dem Englischen von Eike Schönfeld. Farbig illustriert. Während eines Meetings verwandeln sich alle Vorstandsmitglieder in Frösche. Kurz vor seiner Operation findet ein Patient im Krankenhaus Zuspruch bei einer Eule. Das letzte Nashorn wird unter Applaus auf einem Zebrastreifen erschossen. Im 87. Stock führen Krokodile unbemerkt ein sehr komfortables Leben. Der Ausnahmekünstler Shaun Tan beleuchtet in seinem neuesten Werk das sonderbare Verhältnis zwischen Mensch und Tier und schildert in traumartigen Sequenzen, wie Liebe und Fürsorge nicht selten Gleichgültigkeit und Grausamkeit gegenüberstehen. 25 ganz unterschiedliche Texte, die jeweils um doppelseitige Ölbilder ergänzt werden, dringen tief ins Herz unserer urbanisierten Welt vor.
Nachdem Elisabeth von Thadden "Reise ins Innere der Stadt" gelesen hat, erscheint der Autor Shaun Tan der Rezensentin als "Multi-Künstler": Verstörend und schön zugleich fand sie den Band mit 25 Erzählungen vom Aufeinandertreffen von Tieren und Menschen in der Stadt, die von doppelseitigen Ölgemälden unterbrochen werden. Sie liest die oftmals surrealen Geschichten als Zeugnisse einer großen Sehnsucht nach dem Kreatürlichen, Unerklärlichen und kann angesichts des Einfallsreichtums in diesem, wie sie findet, prächtigen Buch nur staunen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.11.2018
Rezensent Andreas Platthaus hält Shaun Tan für einen genialischen Zauberer, der sich jeder Konvention widersetzt. Tans neues Buch kann Platthaus gleich gar nicht einordnen. Weder nur Bilderbuch noch nur Kinderbuch ist es für ihn, sondern eine Erzählsammlung mit einer dollen Coda von Illustrationen, die den erwachsenen Rezensenten fordert und begeistert. Wie das? Indem der Autor eine Abenteuerreise aus lauter Tierwunder-Erzählungen vorlegt, die sich sowohl mit Wissen um die vielfältigen literarischen Bezüge vernaschen lassen, als auch ohne, nämlich emotional, wie Platthaus erklärt. Ein leidenschaftliches Plädoyer für Mitkreatürlichkeit entdeckt der Rezensent in dem Buch auch noch.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.10.2018
Rezensent Thomas von Steinaecker ist es egal, ob sich Shaun Tans neues Werk nun besser für Kinder oder für Erwachsene eignet. Sicher scheint ihm, dass dem Autor damit ein Gesamtkunstwerk von universaler Erzählkraft gelungen ist, eine parabolische Utopie in Bild und Text, in der der kitschige Gedanke an eine heilsame Fauna in der Welt der Menschen so zart und eigenwillig rüberkommt, dass der Rezensent kapituliert. Hypnotisch erscheinen ihm die Illustrationen von Eulen und Hunden, berührend melancholisch die Geschichten.
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