Der Lehrer und Schriftsteller Shimao Toshio lebt mit seiner Frau Miho und den beiden Kindern in Tokyo. Als Miho von dem Verhältnis ihres Mannes mit einer anderen Frau erfährt, löst dies eine tiefe seelische Krise bei ihr aus. Heftige emotionale Auseinandersetzungen bringen die Ehepartner dazu, gemeinsam in eine psychiatrische Klinik zu gehen. Mit einem Nachwort von Wolfgang Schlecht.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 23.02.2000
Ehehölle - da werden Erinnerungen an Strindberg, Ingmar Bergmanns "Szenen einer Ehe" oder Edward Albees "Wer hat Angst vor Virginia Woolf" wach. Nicht gerade verlockend. Rezensent Ludger Lütkehaus hat sich nicht entmutigen lassen, und fühlt sich dafür belohnt: "Ein unerhört eindringliches Buch". Der 1963 in Japan erschienene Roman, berichtet er, ist autobiographisch. Nachdem Toshios Ehefrau in dem Tagebuch ihres Mannes von seiner Liebesaffäre gelesen hatte, folgten Jahre der "Inquisition", aber auch der Selbstzerfleischung des Autors. Toshio, im Zweiten Weltkrieg Kommandeur einer Kamikaze-Einheit, war 1956 zum Katholizismus übergetreten. Lütkehaus vermutet daher, daß das autobiographische Bekenntnis, das in Japan mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet wurde, die Funktion einer Beichte hatte.
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