Aus dem Russischen übersetzt und mit einem Nachwort von Hans-Joachim Schlegel. Im Spätsommer 1990 reiste der Regisseur Aleksandr Sokurov von Sankt Petersburg über Helsinki und Tokio auf die kleine japanische Insel Amami shima, um dort mit der Witwe des Schriftstellers Toshio Shimao, der sein Leben als Kamikaze beendete, einen Film zu drehen. Über die Insel, einen drohenden Taifun, die Witwe Mihosan und die Entstehung seines Films berichtet er in "Die japanische Reise". Aus den Texten spricht die Faszination, die Japan auf Sokurov ausübt. Als Sohn eines Berufsoffiziers, der in diversen russischen und innerasiatischen Gegenden der Sowjetunion aufgewachsen ist, gewinnt er für sich die überraschende Erkenntnis, Japan sei nicht asiatisch.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.05.2013
Alexander Sokurov hat in den neunziger Jahren eine faszinierende filmische Japan-Trilogie geschaffen, weiß Steffen Gnam, "Östliche Elegie" (1996), "Ein demütiges Leben" (1997) und "Dolce" (1999). In "Die japanische Reise" hat Sukorov jetzt die Tagebuchaufzeichnungen und Skizzen veröffentlicht, die den Filmen damals zugrunde lagen. Drei Themen bestimmen die Überlegungen des Autors, erklärt der Rezensent: die Frage, warum er auf der Suche nach den "Urgründen der Kunst" immer wieder auf Japan stößt, die Verführbarkeit der Intelligenz gegenüber Ideologien und schließlich das "Wiedererlernen von Ritualen, Liebesgesten und sinnverhaftetem Tun". Dabei wendet er sich von Japans modernen Metropolen ab und der Peripherie zu, wo alte Menschen mit alten Ritualen alten Sinn am Leben halten. Buch und Filme sind gleichermaßen empfehlenswert, verspricht Gnam.
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