Übersetzt und bearbeitet von Brigitte Schluchter. Anders als Francis Fukuyama, der für die Zukunft mit einer Homogenisierung der modernen Welt in Richtung auf Liberalismus und Marktwirtschaft rechnet, oder Samuel P. Huntington, der durch die Globalisierung eher mit einem Kampf der Kulturen rechnet, ist Eisenstadts These, dass wir heute die oftmals konfliktreiche Entwicklung mehrerer Arten der Moderne beobachten. Diese Vorlesungen hat Eisenstadt im Sommer 1997 an der Universität Heidelberg gehalten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 23.10.2000
Leonhard Neidhart ist äußerst angetan von der Studie über Entwicklung und unterschiedliche Ausprägungen moderner Zivilisationen. Der Autor wende sich gegen "klassische Modernisierungstheorien", kritisiere aber genauso neuere Ansätze wie die von Fukuyama und Huntington. Das Hauptanliegen Eisenstadts sieht der Rezensent in der Abkehr von der "Konvergenzannahme" gegen die sich Eisenstadt mit seiner These von der "Vielfalt" und Unterschiedlichkeit moderner Gesellschaftsentwicklungen wendet, wobei er sich exemplarisch mit den USA, Japan und Europa beschäftigt. Der Rezensent preist die gute Lesbarkeit der "komplexen und aktuelle" Untersuchung, die aus einem 1997 an der Universität Heidelberg gehaltenen Gastvortrag hervorgegangen ist und hebt die "vorzügliche" Übersetzung hervor. Er lobt den Verzicht auf unverständlichen Fachjargon mit dem Eisenstadt seine "theoretisch und empirisch fundierten" Überlegungen darlegt und betont nachdrücklich den "Reifegrad" dieser Studie.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 22.03.2000
Die jüngste Studie von N. S. Eisenstadt, die auf 1997 an der Universiät Heidelberg gehaltene Vorlesungen zurückgeht, findet Thomas Krüger zwar grundsätzlich überzeugend, der hohe Abstraktionsgrad des Buches verdamme es allerdings dazu, "Lektüre für einen kleinen Kreis von Spezialisten zu werden". Krüger stellt zu Beginn kurz Autor und Werk vor, das wesentlich dazu beigetragen habe "das Verständnis der Moderne aus jener eurozentrischen Deutung herauszulösen", die westliche Entwicklungsmuster als allgemeingültig angesehen habe. Der Rezensent skizziert Eisenstadts Überlegungen zum islamischen Fundamentalismus und dessen Betrachtungen der amerikanischen und der japanischen Gesellschaft, "der ersten, nichtwestlichen modernen Kultur". Man spürt, daß Krüger das Buch theoretisch recht anregend, praktisch aber nicht überaus fesseln fand.
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