Aus dem Amerikanischen von Sabine Wolf. Purnima und Savita sind arm, sie sind ehrgeizig, und sie sind Mädchen - keine guten Voraussetzungen für ihre Zukunft. Nach dem Tod ihrer Mutter hat die 16-jährige Purnima wenig Trost in ihrem Leben. Sie muss sich um ihre Geschwister kümmern, während ihr Vater sie unbedingt verheiraten will. Als die ein Jahr ältere Savita in den Haushalt kommt, um an einem der Sari-Webstühle zu arbeiten, ist Purnima fasziniert von ihrer Leidenschaft und Unabhängigkeit und beginnt, sich ein Leben jenseits einer Zwangsehe vorzustellen. Als jedoch Savita Opfer einer verheerenden Gewalttat wird, flieht diese aus dem Dorf. Bald lässt auch Purnima alles hinter sich, um ihre Freundin wiederzufinden. Die Suche führt sie auf eine erschütternde Reise, in die dunkelsten Winkel der indischen Unterwelt bis in die USA. Der Roman wechselt zwischen den Perspektiven der beiden jungen Frauen, während die Schicksalswendungen unerbittlich scheinen. Allein die Freundschaft hilft ihnen, die Hoffnung auf ein selbstbestimmtes Leben aufrecht zu erhalten.
Rezensentin Carola Ebeling findet Shobha Raos Roman zwar nicht allzu vielschichtig, freut sich aber über eine starke weibliche Stimme in der Bestsellerliteratur. Die als Kind aus Indien in die USA emigrierte Autorin erzählt von den harten familiären und sozialen Umständen und vor allem von der extremen Gewalt, mit der ihre beiden jungen Protagonistinnen sowohl in Indien als auch in den USA konfrontiert sind - so viel Gewalt, dass bei der Rezensentin stellenweise eine "ermüdete Abstumpfung" eintritt. Sprachlich sei der Roman dabei simpel bis naiv, oft auch etwas reduktiv, mit einer Neigung zu übertriebenen Metaphern, findet Ebeling. Dennoch handle es sich bei Rao um eine "vehemente, feministische Stimme", die die Rezensentin wertschätzt.
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