Karan Mahajan

In Gesellschaft kleiner Bomben

Roman
Cover: In Gesellschaft kleiner Bomben
CulturBooks, Hamburg 2017
ISBN 9783959880220
Gebunden, 376 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Zoe Beck. Die Khurana-Brüder schlendern zusammen mit ihrem Schulkameraden Mansoor Ahmed über einen gut besuchten Markt in Delhi. Ohne Vorwarnung kommt es zur Katastrophe: Neben ihnen explodiert eine Bombe - eine der vielen "kleinen" Bomben, die von der Welt kaum beachtet werden - und reißt die Khurana-Brüder in den Tod. Mansoor überlebt, doch der Bombenanschlag hinterlässt Spuren an Körper und Seele. Nach einem kurzen Aufenthalt an einer amerikanischen Universität kehrt Mansoor nach Delhi zurück, wo seine Suche nach einem Platz im Leben immer radikalere Formen annimmt … Eng verwoben mit der Geschichte der Familien Khurana und Ahmed ist die des kaschmirischen Bombenbauers Shockie, der bereit ist, sein Leben für die Unabhängigkeit seines Vaterlands zu opfern.
Karan Mahajans Roman beginnt buchstäblich mit dem großen Knall - und zeichnet dann die vielen Druckwellen nach, die die Bombenexplosion bei allen Beteiligten ausgelöst hat: Welche Auswirkungen hat ein solcher Terrorakt auf die Betroffenen? Auf die Angehörigen? Auf die Gesellschaft? Wie werden Menschen zu Terroristen? Mahajan folgt keinen wohlbekannten Narrativen über Terrortäter und ihre Opfer.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.08.2018

Dem Jubel der amerikanischen Kritiker mag sich Rezensent Martin Lhotzky zwar nicht anschließen, dafür ist er mit dem Ende des Romans und seinem gelegentlichen Abdriften ins "Märchenhafte" zu unzufrieden. Davon abgesehen kann er den neuen Roman des indisch-amerikanischen Schriftstellers und Literaturkritikers aber durchaus empfehlen: Allein, wie Mahajan mit nur wenigen Strichen alltägliche Terrorakte und deren Folgen skizziert, ringt dem Rezensenten größte Anerkennung ab. Darüber hinaus verdankt er Mahajan nicht zuletzt dank komplexer Figurengestaltung tiefe Einblicke in die Konflikte der indischen Gesellschaft.  Außerdem bewundert er den "nüchternen", bisweilen "abgebrühten" und von Zoe Beck elegant ins Deutsche übertragenen Erzählton des Autors.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.11.2017

Dringlich und eindringlich findet Claudia Kramatschek Karan Mahajans Roman über die sozialen und politischen Verwerfungen in der indischen Gesellschaft. Wie der Autor mit einer Vielzahl von Erzählperspektiven die Auswirkungen eines Bombenanschlags in Delhi "quälend genau" erkundet, den Zirkel aus Gewalt und Gegengewalt, aus Ausgrenzung und Aufbegehren, findet sie bemerkenswert. Ein kluges wie einfühlsames Buch in einer die intensive Sprache des Originals treffenden Übersetzung, findet die Rezensentin.

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